Air Berlin: Gericht bestellt Sonderinsolvenzverwalter

Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg benennt im Fall der Air Berlin neben Lucas Flöther einen zweiten Insolvenzverwalter. Notwendig wird dies wohl durch die komplexe Firmenstruktur.

Schriftzug von Air Berlin: Der Flugbetrieb ist eingestellt.Foto: © dpa, Wolfgang Kumm

Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg hat einen Sonderinsolvenzverwalter für Air Berlin bestimmt. Wie der Berliner Anwalt Rainer Eckert mitteilt, ist er zur "Vermeidung von Interessenskollisionen" bestellt. Er soll laut eines Medienberichts die Rechte von Gläubigern durchsetzen, an denen Insolvenzverwalter Lucas Flöther "kein Interesse hat".

Die neue Position wurde offenbar durch die komplexe Firmenstruktur der Air Berlin notwendig. Denn die britische Air Berlin PLC kann als Gesellschafterin der Air Berlin PLC & Co. Luftverkehrs KG Forderungen aus Anleihen oder weitergereichten Krediten geltend machen.

Dieser Umstand könnte schwierig für Flöther werden, soll er als Insolvenzverwalter ja das Beste für die Gläubiger erwirken. Eckert ist also vor allem für Forderungen innerhalb der Firmengruppe zuständig.

Strafanzeige gegen Flöther

Gleichzeitig berichten mehrere Medien, dass Strafanzeige gegen Flöther gestellt wurde. Hintergrund ist laut einer E-Mail des Linken-Bundestagsabgeordneten Gregor Gysi der 150-Millionen-Euro-Kredit der staatseigenen KfW sowie der Teilverkauf an Lufthansa und Easyjet. Wer die Anzeige stellte, ist bislang nicht bekannt.

Der Sachwalter der Air-Berlin-Gläubiger ist Lucas Flöther. Foto: © dpa, Paul Zinken

Air Berlin hatte nach dem Insolvenzantrag Mitte August Ende Oktober den Flugbetrieb eingestellt. Die nicht insolventen Töchter Niki und LGW sollen (inklusive ihrer AOCs) nach der wettbewerbsrechtlichen Prüfung durch die EU-Behörden an die Lufthansa Group verkauft werden.

Zudem kommt Easyjet zum Zug: Einen Großteil des Air-Berlin-Betriebs am Standort Berlin-Tegel übernimmt der britische Billigflieger - inklusive vieler Buchungen. Auch für die Air Berlin Technik hat sich ein Käufer gefunden.

Was mit Stichtag der Insolvenzeröffnung nun noch bei Air Berlin verblieben ist, muss zugunsten der Gläubiger veräußert werden.

© dpa, Fotomontage: airliners.de Lesen Sie auch: Was ein Insolvenzantrag für die Gläubiger bedeutet Die Luftrechts-Kolumne (54)

Von: cs

Datum: 08.11.2017 - 10:48

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