Gepfändeter Jet des thailändischen Prinzen freigegeben

09.08.2011 - 17:55 0 Kommentare

Der thailändische Kronprinz kann mit seiner gepfändeten Boeing wieder vom Münchner Flughafen abheben: Die gepfändete Maschine wurde freigegeben - was genau bezahlt wurde, blieb unklar.

Boeing 737-400 der Royal Thai Air Force am Flughafen München - © © AirTeamImages.com - J. Severijns

Boeing 737-400 der Royal Thai Air Force am Flughafen München © AirTeamImages.com /J. Severijns

Der thailändische Kronprinz Maha Vajiralongkorn kann mit seiner in München gepfändeten Boeing 737 wieder fliegen. «Heute um 13.30 Uhr ist das Flugzeug durch den zuständigen Gerichtsvollzieher freigegeben worden», sagte Edgar Engert, Sprecher des Münchner Flughafens, am Dienstag. Bis zum Nachmittag habe das Flugzeug aber noch am Flughafen gestanden.

Die thailändische Regierung soll eine Leistung erbracht haben, aufgrund derer die Maschine freigegeben werden konnte, hieß es aus informierten Kreisen. Ein Sprecher von Insolvenzverwalter Werner Schneider bestätigte, dass die Maschine für den Prinzen wieder verfügbar sei, machte aber keine näheren Angaben.

Hintergrund der Pfändung am 12. Juli war eine Millionenforderung des inzwischen insolventen Baukonzerns Walter Bau AG gegen den thailändischen Staat im Zusammenhang mit dem Bau einer Mautstraße bei Bangkok in den 1980er Jahren. Ein internationales Schiedsgericht hatte die Forderung von Walter Bau bestätigt, Bangkok hatte dennoch nicht gezahlt. Nach der Pfändung der Maschine hatten die Anwälte des Kronprinzen und Regierungsvertreter argumentiert, das Flugzeug gehöre dem Regenten und gar nicht dem Staat, gegen den sich die Forderung richte. Die Eigentumsfrage war bis zuletzt nicht ganz geklärt.

In einer Eilentscheidung hatte die 4. Zivilkammer des Landgerichts Landhut am 20. Juli die Maschine gegen eine Sicherheitsleistung von 20 Millionen Euro freigegeben. Dem Vernehmen nach will Thailand nun nicht nur diese Sicherheitsleistung hinterlegen. Vielmehr geht es offensichtlich um die Begleichung der gesamten Schuld von 30 Millionen Euro, die sich laut Insolvenzverwalter mit Zinsen und Gebühren inzwischen auf etwa 38 Millionen Euro beläuft.

Beim Landgericht Landshut waren keine Einzelheiten zu erfahren. «Beide Parteien sind im Gespräch», sagte der Vizepräsident des Gerichts, Christoph Fellner, lediglich.

Von: dpa
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