Gemeinden fordern Verzicht auf Militärflüge bei Luftfahrtmesse ILA

07.03.2016 - 17:35 0 Kommentare

Weniger Tage, weniger Flüge: Die Internationale Luftfahrtausstellung (ILA) fällt in diesem Jahr um zwei Tage kürzer aus. Die Militärflüge sollen aus dem Programm gestrichen werden, forderte jetzt Gerhard Steintjes, Vorsitzender der Fluglärmkommission.

Der Vorsitzende der Fluglärmkommision für den Flughafen Schönefeld und den neuen Hauptstadtflughafen, Gerhard Steintjes. - © © dpa - Ralf Hirschberger

Der Vorsitzende der Fluglärmkommision für den Flughafen Schönefeld und den neuen Hauptstadtflughafen, Gerhard Steintjes. © dpa /Ralf Hirschberger

Die Luftfahrtmesse ILA wird in diesem Jahr um zwei Tage verkürzt - folglich fällt auch das Flugprogramm an den verbleibenden vier Tagen kleiner aus. "Es ist deutlich weniger als es in der Vergangenheit war", sagte der Vorsitzende der Fluglärmkommission, Gerhard Steintjes, nachdem die Veranstalter ihre Pläne präsentiert hatten. An den zwei Publikumstagen (3. und 4. Juni) wird jeweils dreieinhalb Stunden geflogen, an den beiden Fachbesuchertagen zuvor jeweils eineinhalb Stunden.

"Die Kommission hat das positiv zur Kenntnis genommen", sagte Steintjes. Zugleich forderte sie auf Antrag der Gemeinde Schöneiche, besonders laute und militärische Maschinen aus dem Flugprogramm zu streichen.

Steintjes verwies darauf, dass die Zahl der Beschwerden von Anwohnern seit 2008 zurückgehe, insbesondere seit die Internationale Luftfahrtausstellung (ILA) 2012 von der Nord- auf die Südbahn umgezogen ist. Die Verkürzung in diesem Jahr hatten die Veranstalter mit dem Wunsch der Aussteller und Fachbesucher begründet, das Programm zu straffen. Die ILA findet alle zwei Jahre statt.

© dpa, Wolfgang Kumm Lesen Sie auch: Luftfahrtmesse ILA fällt 2016 deutlich kürzer aus

Nur wenige BER-Anwohner haben einen Schallschutz

Von den Anwohnern des künftigen Hauptstadtflughafens haben noch immer die wenigsten den vorgesehenen Schallschutz. 81 Prozent von knapp 18.000 Anträgen sind zwar abgearbeitet, wie Steintjes sagte. Aber erst gut 1700 Anwohner haben sich schon die bewilligten Schallschutzfenster, Lüfter und Dämmungen einbauen lassen. "Viele wollen nicht innen dämmen", sagte Steintjes. Sie warteten ab, ob sich nicht noch günstigere Regelungen ergäben.

Thema der Vertreter von Gemeinden, Landesregierungen und Luftverkehrsbranche in der Fluglärmkommission war auch die groß angelegte Norah-Studie (Noise-Related Annoyance, Cognition and Health). Sie untersuchte die Lärmauswirkungen rund um den Frankfurter Flughafen. Die Kommission nahm die Ergebnisse zunächst nur zur Kenntnis. Ob sie daraus eigene Forderungen ableitet, ist offen.

© dpa, Arne Dedert Lesen Sie auch: Norah-Studie zeigt weniger Gesundheitsrisiken durch Lärm

Von: ch, dpa
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