Gegen Verkauf der Lufthansa-Rechenzentren regt sich Protest

03.06.2014 - 13:47 0 Kommentare

Die Lufthansa will ihre Rechenzentren verkaufen. Doch die betroffenen Mitarbeiter fürchten bei dem Deal um ihre Jobs. Jetzt wurde demonstriert, Ziel sind auch Verhandlungen über ein Alternativkonzept.

Das Rechenzentrum in Kelsterbach ist eines der leistungsfähigsten seiner Art in Europa.  - © © Lufthansa Systems -

Das Rechenzentrum in Kelsterbach ist eines der leistungsfähigsten seiner Art in Europa. © Lufthansa Systems

Bei der Lufthansa regt sich Widerstand gegen den geplanten Verkauf der Rechenzentren. Am Hauptstandort Kelsterbach in der Nähe des Frankfurter Flughafens demonstrierten am Dienstagvormittag rund 250 Mitarbeiter für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Betriebsrat und die Gewerkschaft Verdi verlangten erneut Verhandlungen über ein von ihnen vorgelegtes Alternativkonzept.

Doch ob das so kommt, ist fraglich. Lufthansa-Finanzchefin Simone Menne weiß zwar von einem eigenen Sanierungskonzept der Belegschaft. „Aber wir haben nicht den Eindruck, dass dieses zukunftsfähig ist, weil es nicht zu Wachstum führt“, wird die Managerin von der "Frankfurter Neue Presse" zitiert.

Lufthansa will möglichst noch in diesem Jahr die Abteilung Infrastruktur der Tochter Lufthansa Systems aus Kostengründen an einen internationalen IT-Konzern verkaufen. Drei Anbieter haben nach Aussage von Menne Angebote abgegeben, die nun ebenso wie mögliche Jobgarantien konkretisiert werden sollen. Es sei noch keine Entscheidung gefallen, erklärte eine Unternehmenssprecherin am Dienstag.

Die Arbeitnehmer sehen weltweit rund 1500 Jobs in Gefahr, davon rund 1000 in Deutschland. Den Kaufinteressenten gehe es nur um einen Zugang zum Großkunden Lufthansa, während man die Belegschaften möglichst schnell loswerden wolle, sagte ein Betriebsratssprecher.

© Lufthansa Systems, Lesen Sie auch: Lufthansa spaltet IT-Bereich auf

Er verwies auf kräftigen Personalabbau bei den angeblichen Bietern HP, IBM und Atos. Verdi will in Tarifverhandlungen über das Thema einsteigen. Demnächst werde eine Tarifkommission gegründet, sagte Gewerkschaftssekretär Gerold Schaub. Es sei aber noch zu früh, über einen Arbeitskampf inklusive Streiks nachzudenken.

Von: dpa, airliners.de
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