Gebührenstreit: Fraport sieht Annäherung zu Lufthansa

07.06.2017 - 12:20 0 Kommentare

Fraport-Chef Stefan Schulte Schulte lobt Fortschritte im Dialog mit Lufthansa. Allerdings sei es noch ein weiter Weg, an dessen Ende vielleicht nicht "der große Vertrag" mit der Kranich-Airline stehe.

Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG - © © dpa - Arne Dedert

Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG © dpa /Arne Dedert

Es sind gute Gespräche. Wir werden nach und nach mit Antworten kommen.

Stefan Schulte

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport sieht in der Partnerschaftskrise mit Lufthansa Zeichen einer Annäherung. "Es sind gute Gespräche, und da werden wir sukzessive mit der einen oder anderen Antwort kommen", sagte Fraport-Chef Stefan Schulte am Dienstag in Frankfurt.

Man rede miteinander - etwa über verbesserte Abläufe im Terminal und die Gepäckabwicklung sowie über die Ausrichtung der Flughafen-Infrastruktur auf klassische Airlines und Billigflieger. Die Lücke zwischen den unterschiedlichen Vorstellungen werde sich aber "auch nicht innerhalb von drei Monaten schließen".

"Große Schnittmengen" mit Lufthansa

Schulte bekräftigte nun weiterhin "große Schnittmengen" mit der Lufthansa: "Das Ziel von allen ist doch, den Sitzladefaktor in den Flugzeugen nach oben zu treiben, und von uns, unsere Terminals stärker zu frequentieren." Um hier Verbesserungen zu erreichen, seien aber noch viele Fragen zu klären. Daher werde auch nicht irgendwann "der große Vertrag" mit der Lufthansa kommen, sondern vielleicht viele Verträge oder "nur Arbeitsergebnisse".

Schulte lobte Lufthansa und Condor dafür, dass auch sie wieder deutlich mehr Passagiere nach Frankfurt brächten. Allerdings könne sich Fraport dem europaweiten Trend zu immer mehr Billigflug-Angeboten nicht verschließen. Wenn Billigflieger in Europa 40 Prozent des Geschäfts ausmachten, müsse sich auch Fraport darauf einstellen, um nicht dauerhaft Passagiere an andere relativ nahe Flughäfen wie Köln/Bonn zu verlieren.

Deutliche Kritik von Spohr

Auslöser des Konflikts sind die Gebührenrabatte, mit denen Fraport aktuell neue Airlines nach Frankfurt lockt - und damit die Tür für Billigflieger wie Ryanair öffnet. Erst vor zwei Wochen hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr Fraport erneut dafür deutlich kritisiert.

© dpa, Daniel Bockwoldt Lesen Sie auch: Lufthansa sieht in Fraport-Planung "ein Problem"

"Wir reden zwar viel miteinander, aber anscheinend nicht über die richtigen Themen", hatte Spohr der "Börsen-Zeitung" gesagt. "Das beunruhigt mich, denn es gefährdet unser gemeinsames Geschäftsmodell." Lufthansa ist mit Abstand die größte Airline am Frankfurter Flughafen.

Kapazitätsangebot am Flughafen Frankfurt
Angaben in Prozent
Lufthansa 62.2
Condor 4.5
Ryanair 2.2
Austrian 1.9
United Airlines 1.8
Übrige Airlines 27.4

Angaben für 09/2017 / Quelle: CH Aviation

Bereits auf der Hauptversammlung des Flughafenbetreibers Ende Mai hatte Schulte die Öffnung des größten deutschen Flughafens für Billigflieger verteidigt. Auch bekräftigte Schulte noch einmal die Planungen für einen schnelleren Bau des dritten Terminals. Dort könne zeitnah Platz für zusätzliche Fluggäste der Billigflieger entstehen.

Von: cs, dpa-AFX
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