Gebührenstreit in Frankfurt geht weiter

25.01.2016 - 11:07 0 Kommentare

Der Streit um die Flughafengebühren in Frankfurt geht in die nächste Runde. Nach airliners.de-Informationen hat die zweitgrößte Fluggesellschaft am Platz nun beschlossen, Entgelte eigenmächtig zu kürzen.

Wie sich die Flughafenentgelte in Frankfurt zusammensetzen und wofür sie verwendet werden (Quelle: Fraport). - © © Fraport -

Wie sich die Flughafenentgelte in Frankfurt zusammensetzen und wofür sie verwendet werden (Quelle: Fraport). © Fraport

Fluggesellschaften beschweren sich derzeit immer lauter gegen ihrer Meinung nach unangemessen hohe Flughafengebühren. Nun geht Condor einen Schritt weiter. An ihrer Heimatbasis in Frankfurt ist die Ferienfluggesellschaft angeblich nicht mehr bereit, die vollen Entgelte zu entrichten.

Nach airliners.de-Informationen hat die Airline beschlossen, Gebühren rückwirkend zum Jahresanfang eigenmächtig zu kürzen. Sowohl Condor als auch Fraport wollten den Sachverhalt auf Anfrage weder bestätigen noch kommentieren. Die Sprecher verwiesen darauf, sich generell nicht zu einzelnen Kundenbeziehungen zu äußern. Condor ist in Frankfurt die zweitgrößte Fluggesellschaft nach Lufthansa.

Streit um die Flughafenentgelte schwelt schon seit Jahren.

Zuletzt hatte Fraport eine geplante Entgelterhöhung zum Jahresanfang zurückgezogen. Das für die Zulassung der Gebühren zuständige hessische Wirtschafts- und Verkehrsministerium hatte zuvor angedeutet, der Erhöhung nicht zuzustimmen. Fraport wollte die Entgelte zum 1. Januar um 1,9 Prozent anheben. Das hätte rund 15 Millionen Euro entsprochen.

Die Fluggesellschaften hatten die Fraport-Pläne zuvor heftig kritisiert. "Gebühren und Entgelte für die Abfertigung eines Flugzeugs liegen in Frankfurt um 40 Prozent über dem deutschlandweiten Durchschnitt", hatte der Geschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Fluggesellschaften (BDF), Michael Engel, im Juni gesagt.

Von Fraport hieß es damals: Ein Flughafen wie Frankfurt habe eine größere, komplexere und somit teurere Infrastruktur als andere deutsche Airports. Bei den Entgelten müsse der Vergleich zu Flughäfen wie London-Heathrow oder Paris Charles-de-Gaulle gezogen werden - und da sei Frankfurt auf einem ähnlichen Niveau.

Der Flughafenverband ADV bezeichnet die Forderungen der Airlines derweil generell als ungerechtfertigt. Die Flughafengebühren seien in den letzten Jahren auch nicht dramatisch gestiegen, sagte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel als Antwort auf die Forderungen des neu gegründeten Airlineverband "Airlines for Europe". Der Zusammenschluss der fünf größten Airlinegruppen Europas hatte die Flughafenentgelte in der vergangenen Woche als eines seiner wichtigsten Themen benannt.

Von: dh
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