Garnadt: Billigflieger werden Branche ein zweites Mal umkrempeln

07.09.2016 - 13:49 0 Kommentare

Eurowings-Chef Karl Ulrich Garnadt sieht die europäische Luftfahrtbranche vor einem "epochalem Bruch". Grund seien die stark wachsenden Billigfluggesellschaften. Auch zur Lage der Eurowings äußerte er sich am Rande des fvw-Touristikkongresses.

Karl Ulrich Garnadt ist Vorstandsmitglied bei Lufthansa und für die Eurowings zuständig. - © © dpa - Oliver Berg

Karl Ulrich Garnadt ist Vorstandsmitglied bei Lufthansa und für die Eurowings zuständig. © dpa /Oliver Berg

Der Ansturm der Billigflieger auf große Flughäfen dürfte die hiesige Luftfahrtbranche nach Ansicht von Eurowings-Chef Karl Ulrich Garnadt ein weiteres Mal umkrempeln. "Wir kriegen eine Intensität des Wettbewerbs, wie wir ihn bisher noch nicht gesehen haben", sagte das für die Lufthansa-Billigsparte Eurowings zuständige Vorstandsmitglied jetzt am Rande des fvw-Touristikkongresses in Essen.

Nach dem Start des Billigflugmarkts in Europa vor 15 Jahren werde dies der zweite "epochale Bruch" für die Branche. Die Zahl von mehr als 180 Fluggesellschaften in Europa könne auf Dauer nicht bestehen bleiben, sagte Garnadt.

Eurowings will bereits ab 2017 Flüge ab München anbieten

Als Treiber sieht der Manager die stark wachsenden Flotten von Billigfliegern wie Ryanair und Easyjet. Um hunderte neuer Maschinen vollzubekommen, gingen die vielen Billigheimer nun an die größeren Flughäfen. Inzwischen fordert etwa die Air-France-KLM-Billigtochter Transavia die Lufthansa an deren Drehkreuz München mit Billigangeboten heraus. Die Lufthansa reagiert: Im Laufe des Jahres 2017 werde auch Eurowings Flüge ab München anbieten, sagte Garnadt. Zuvor war von 2017 oder 2018 die Rede gewesen.

Im eigenen Betrieb muss sich Eurowings weiter sortieren. Nach Personalproblemen und erheblichen Verspätungen auf Langstreckenflügen versucht Garnadt den Betrieb zu stabilisieren. Dennoch musste er die Strecke Köln-Boston früher aus dem Programm nehmen als geplant, weil es an Piloten fehlte. Bisher verfügt Eurowings über gut 90 Flugzeuge. Die Zahl der Langstreckenjets soll bis März 2017 von vier auf sieben Jets wachsen.

© dpa, Jörg Carstensen Lesen Sie auch: Lufthansa-Chef hat Kandidaten für Eurowings-Plattform im Visier

Garnadt hofft, dass andere Fluggesellschaften unter das Eurowings-Dach schlüpfen. Das könnte die Lufthansa-Beteiligung Brussels Airlines sein. Auch mit der angeschlagenen Air Berlin soll es Gespräche geben, auf die Thomas-Cook-Tochter Condor soll die Lufthansa ebenfalls ein Auge geworfen haben. "Wir sind da komplett offen", sagte Garnadt, wollte sich zu einzelnen Gesellschaften aber nicht äußern.

© AirTeamImages.com, TT Lesen Sie auch: Lufthansa könnte Air-Berlin-Teile übernehmen

Von: dpa-AFX, gk
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • A320 der Niki. Air-Berlin-Tochter Niki meldet Insolvenz an

    Lufthansa zieht Niki aus ihren Übernahmeplänen heraus, die österreichische Air-Berlin-Tochter geht daraufhin pleite und stellt den Flugbetrieb sofort ein. Kommt Gründer Lauda nun zum Zug?

    Vom 13.12.2017
  • Airbus der Lufthansa. Erste EU-Frist für Lufthansa-Deal läuft ab

    Im Ringen um die Air-Berlin-Töchter LGW und Niki lotet Lufthansa nach airliners.de-Informationen in Brüssel aktuell alle Möglichkeiten aus. In der Nach endet die Frist für Zugeständnisse. Gleichzeitig arbeitet der Konzern schon an einem Plan B.

    Vom 30.11.2017
  • Air Berlin will ihre Tochter Niki verkaufen. Kebekus über Niki: Lufthansa-Deal oder Konkurs

    Die Übernahme von LGW und Niki durch Lufthansa hängt aktuell in Brüssel fest. Air-Berlin-Generalbevollmächtigter Kebekus sieht darin eine große Gefahr für den österreichischen Carrier: "Der Konkurs-Antrag liegt schon auf der Fensterbank."

    Vom 08.12.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus