Für laute Flugzeuge soll es am Frankfurter Airport teurer werden

07.09.2016 - 09:47 0 Kommentare

Der Frankfurter Airportbetreiber Fraport will die Gebühren für besonders laute Flugzeuge anheben. Ein entsprechender Antrag wurde jetzt gestellt. Für bestimmte Maschinen soll das Starten und Landen aber billiger werden.

Ein Boeing 747 der Lufthansa landet auf dem Flughafen von Frankfurt. - © © dpa - Boris Roessler

Ein Boeing 747 der Lufthansa landet auf dem Flughafen von Frankfurt. © dpa /Boris Roessler

Das Starten und Landen mit besonders lauten Flugzeugen soll 2017 am Frankfurter Flughafen deutlich teurer werden. Dies habe der Flughafenbetreiber Fraport beim hessischen Verkehrsministerium beantragt, berichtete das Ministerium am Dienstag. Es ist als Genehmigungsbehörde zuständig für die Prüfung.

Die Fraport plant eine Anhebung der lärmabhängigen Start- und Landeentgelte um durchschnittlich 15 Prozent. Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) sagte: "Unser Ziel ist es, dass die Fluggesellschaften den Frankfurter Flughafen mit ihren leisesten Maschinen anfliegen. Für Fluggesellschaften würde es sich damit noch stärker als bislang rechnen, ihre Flotten zu modernisieren."

Erstmals beantragte die Fraport verringerte Gebühren für Jets, die das satellitengestützte Präzisionsanflugverfahren GBAS (Ground Based Augmentation System) anwenden. Damit könne der Airport mit einem höheren Gleitwinkel angesteuert werden. Langfristig könnten damit auch Siedlungsschwerpunkte umflogen werden, wie das Ministerium berichtete.

© dpa, Lesen Sie auch: GBAS-Anflugsystem in Frankfurt soll Fluglärm reduzieren

Fraport beantragt auch, dass eine höhere Auslastung der bestehenden Flugzeuge mit Nachlässen bei den Entgelten pro Passagier belohnt werden soll. Auch neue Verbindungen und neue Fluggesellschaften sollen nach den Plänen der Fraport Nachlässe erhalten.

Wie sich die Flughafenentgelte in Frankfurt zusammensetzen und wofür sie verwendet werden (Quelle: PDF von Fraport). Foto: © Fraport

Die Höhe der Flughafen-Entgelte in Frankfurt ist seit längerem umstritten. Für Fluggesellschaften sind sie im Vergleich zu anderen deutschen Airports zu hoch, der Frankfurter Flughafen verweist hingegen auf die größere Komplexität vor Ort.

Eigentlich wollte Fraport die Entgelte an Deutschlands größtem Flughafen bereits zum 1. Januar 2016 um 1,9 Prozent anheben. Das hätte rund 15 Millionen Euro entsprochen. Der Antrag wurde schließlich aber zurückgezogen.

Von: dpa, gk
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister. Lufthansa kritisiert Fraport wegen Computerpanne

    Am Frankfurter Flughafen kommt es zu einer folgenschweren Computerpanne: Die Planungssoftware fällt mehrere Stunden aus, der Flugplan muss dezimiert werden. Hauptkundin Lufthansa kritisiert daraufhin erneut Betreiber Fraport.

    Vom 17.05.2018
  • Das Display des Pilotenassistenzsystems LNAS (Low Noise Augmentation System) im A320. Lufthansa testet leiseres Anflugverfahren LNAS

    Das neue Pilotenassistenzsystem LNAS (Low Noise Augmentation System) soll leisere und effizientere Anflüge ermöglichen. Die Lufthansa baut das vom DLR entwickelte System nun in ihre Airbus-A320-Flotte ein und startet einen Langzeit-Test.

    Vom 03.05.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus