Interview Fünf Fragen an Köln/Bonn-Chef Michael Garvens

20.12.2015 - 08:10 0 Kommentare

Im nächsten Teil unserer Interview-Serie "5 Fragen an" antwortet der Airport-Chef aus Köln/Bonn. Er spricht unter anderem über die Eurowings und ein Sanierungsprogramm in Höhe von 100 Millionen Euro.

Michael Garvens - © © Köln Bonn Airport -

Michael Garvens © Köln Bonn Airport

Anlässlich des Jahreswechsels hat airliners.de an die deutschen Flughafen- und Airline-Chefs ein paar Fragen geschickt. Die Antworten veröffentlichen wir unter der Rubrik "Fünf Fragen an...". Alle Interviews dieser Reihe finden Sie auf unserer Themenseite.

Was war Ihr persönliches Highlight 2015 aus beruflicher Sicht und warum?
Michael Garvens: Der Glanzpunkt in diesem Jahr war natürlich der Start der neuen Low-Cost-Langstreckenverbindungen der Eurowings. Damit hat sich ein Traum erfüllt. Für Köln/Bonn ist das nach dem Beginn der Billigflieger vor 13 Jahren die zweite historische Chance. Und es ist ein absolutes Alleinstellungsmerkmal, denn wir sind damit der einzige Flughafen in Kontinental-Europa, der über ein Low-Cost-Angebot auf der Langstrecke verfügt. Wir hoffen, dass wir uns mit Eurowings nachhaltig in diesem Marktsegment etablieren können.

Auf welches Ereignis hätten Sie in diesem Jahr gerne verzichtet und warum?
Garvens: Das tragische Germanwings-Unglück. Das hat mich persönlich tief berührt und viele unserer Mitarbeiter lange beschäftigt.

Welche persönliche Bilanz ziehen Sie in diesem Jahr insgesamt für Ihren Airport?
Garvens: 2015 war ein herausragendes Jahr für den Airport Köln/Bonn, nicht nur wegen des Starts der Low-Cost-Langstrecke. Wir sind zum Beispiel schneller gewachsen als der deutsche Markt, im vierten Quartal mit monatlichen Zuwächsen von 20 Prozent. Unsere Passagierzahl wird deshalb die Zehn-Millionen-Marke in diesem Jahr deutlich übertreffen. Im kommenden Jahr erwarten wir einen neuen Passagierrekord für Köln/Bonn mit dann mehr als elf Millionen Fluggästen.

Der Flughafen Köln/Bonn

Im vergangenen Jahr hatte der Flughafen Köln/Bonn 9,5 Millionen Passagiere abgefertigt. Der Airport rechnet wie schon 2014 auch in diesem Jahr mit einem Gewinn von 3,1 Millionen Euro. Michael Garvens ist seit 2002 am Flughafen Köln/Bonn. Sein Vertrag als Geschäftsführer wurde erst kürzlich bis 2022 verlängert.

Der Flughafen Köln-Bonn.Foto: © dpa, Oliver Berg

Welche Herausforderungen sehen Sie für das Jahr 2016? Und wie wollen Sie diese angehen?
Garvens: Wir wollen unsere Marktposition als führender Low-Cost-Airport ausbauen und unseren hohen Service-Level auf dem Vorfeld und in den Terminals beibehalten. Das heißt, wir wollen Wachstum ohne Reibungsverluste. Gleichzeitig werden wir im kommenden Jahr unsere Infrastruktur weiterentwickeln, beispielsweise planen wir ein neues Flughafen-Hotel und ein neues Parkhaus.
Darüber hinaus arbeiten wir an einem 100-Millionen-Euro-Sanierungsprogramm für den Erhalt unserer flugbetrieblichen Infrastruktur. Und wir wollen die Planungen für ein Verbindungsbauwerk zwischen unseren beiden Terminals, den sogenannten T-Walk, forcieren. All das unter einen Hut zu bringen, ist eine Herausforderung. Und ich bin überzeugt, dass wir diese mit Motivation, Tatkraft und unserer Leidenschaft fürs Fliegen meistern werden.

Was würden Sie sich für die deutsche Luftfahrtbranche wünschen?
Garvens: Fliegen ist heutzutage für viele Menschen Alltag, aber ein gesunder Luftverkehr ist deshalb noch lange kein Selbstläufer. Die Wettbewerbsbedingungen sind vielerorts im Ausland besser als bei uns. Das spüren unsere deutschen Fluggesellschaften genauso wie die Flughäfen, die insbesondere wettbewerbsfähige Betriebszeiten brauchen, um nicht der internationalen Konkurrenz hinterherzulaufen. Deshalb wünsche ich mir Unterstützung und politischen Rückenwind für den deutschen Luftverkehr, und vor allem, dass er wieder stärker als das wahrgenommen wird, was er ist: eine der Schlüsselbranchen unseres Landes.

Von: airliners.de
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