Interview Fünf Fragen an den Hannovers Flughafenchef Raoul Hille

01.01.2016 - 13:09 0 Kommentare

"Fünf Fragen an" Flughafenchef Raoul Hille: Wie lief das Jahr aus Sicht des Hannover Airport? Die Antworten zu Überschüssen, Rekorden und der Notwendigkeit eines ausgewogenen Kundenportfolios lesen Sie heute.

Dr. Raoul Hille, Geschäftsführer der Flughafen Hannover Langenhagen GmbH - © © Flughafen Hannover  -

Dr. Raoul Hille, Geschäftsführer der Flughafen Hannover Langenhagen GmbH © Flughafen Hannover

Anlässlich des Jahreswechsels hat airliners.de an die deutschen Flughafen- und Airline-Chefs ein paar Fragen geschickt. Die Antworten veröffentlichen wir in den nächsten Tagen unter der Rubrik "Fünf Fragen an...". Alle Interviews dieser Reihe finden Sie auf unserer Themenseite.

Was war Ihr persönliches Highlight 2015 aus beruflicher Sicht und warum?
Raoul Hille: In diesem Jahr haben wir erneut viel in den Standort investiert, mit dem Fokus auf eine langfristige und nachhaltige Entwicklung des Hannover Airport. Ganz konkret waren dies die Grundsanierung von Teilen unserer Südbahn, der Spatenstich für die Ansiedlung des DB Schenker Cross Dock Terminals, sowie die Grundsteinlegung von DHL Express.
Neben den vertrieblichen Erfolgen für weiteres Verkehrswachstum in diesem und auch im kommenden Jahr bin ich sehr stolz auf den ersten Platz und die Auszeichnung "Service-Champion" im Bereich des Kundenservice. Diesen Preis haben wir bereits zum zweiten Mal in Folge erhalten und ist das Ergebnis einer tollen Teamleistung der gesamten Airport Mannschaft.

Auf welches Ereignis hätten Sie in diesem Jahr gerne verzichtet und warum?
Hille: Ganz klar der Absturz von Germanwings-Flug 4U9525 und die terroristischen Anschläge rund um die Welt. Unsere Gedanken und Mitgefühl gelten hier den Hinterbliebenen.

Welche persönliche Bilanz ziehen Sie in diesem Jahr insgesamt für Ihren Airport?
Hille: Der Hannover Airport kann auf ein ausgesprochen gutes Verkehrsjahr 2015 zurückblicken. Bis Ende Dezember 2015 werden wir rund 5,5 Millionen Passagiere verzeichnen können. Das ist im Vergleich zum Vorjahr 2014 ein Plus von rund 3,5 Prozent. Durch eine sehr erfolgreiche Vertriebsarbeit ist es uns gelungen – trotz teilweise schwieriger Rahmenbedingungen - dieses Wachstum zu erzielen. Auch im Frachtbereich haben wir deutlich zugelegt mit einer der höchsten Zuwachsraten bundesweit.
In der Bilanz 2015 kann der Flughafen Hannover für dieses Jahr 2015 einen Überschuss im niedrigen einstelligen Millionenbereich ausweisen. Damit stehen wir auch im Vergleich zum Wettbewerb sehr gut da.

Der Flughafen Hannover

Die wichtigsten Fluggesellschaften in Hannover sind Lufthansa und Tuifly, die hier ihre Heimatbasis hat. Mit rund 5,3 Millionen Passagieren ist der Flughafen Nummer neun in Deutschland. Zu 30 Prozent gehört die Flughafengesellschaft dem Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport.

Airbus A319 der Lufthansa Foto: © AirTeamImages.com, HAMFive

Welche Herausforderungen sehen Sie für das Jahr 2016? Und wie wollen Sie diese angehen?
Hille: In Bezug auf den Flughafen vertraue ich auch im kommenden Jahr auf unser ausgewogenes Kundenportfolio und unser vielfältiges Streckennetz. Das macht uns unabhängiger von einzelnen Krisen oder Verbindungen. Darüber hinaus werden wir die Themen Kundenfreundlichkeit und Nachhaltigkeit noch weiter vorantreiben. Aber auch bauliche Großprojekte stehen an. Bereits im kommenden Frühjahr werden wir große Teile des Vorfeldes grunderneuern.

Was würden Sie sich für die deutsche Luftfahrtbranche wünschen?
Hille: Der Luftverkehr ist abhängig von verlässlichen und fairen Rahmenbedingungen, vor allem in gesetzlichen und politischen Fragen. Das norddeutsche Luftverkehrskonzept beschreibt ausdrücklich die Notwendigkeit und Relevanz des Flughafens Hannover als 24-Stunden-Airport für ganz Norddeutschland. Betriebliche Einschränkungen oder unangemessene Auflagen verhindern weiteres Wachstum – nicht nur für uns, sondern für die gesamte Luftverkehrsbranche.

Von: airliners.de

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