Interview Fünf Fragen an den Düsseldorfer Flughafenchef Ludger Dohm

14.01.2016 - 14:36 0 Kommentare

"Fünf Fragen an" Ludger Dohm zeigen nicht nur, wie das vergangenen Jahr aus Sicht des Sprechers der Düsseldorfer Flughafengeschäftsführung lief, sondern auch, welche Themen am Airport 2016 Priorität haben.

Ludger Dohm ist Geschäftsführer der Flughafen Düsseldorf GmbH. - © © Flughafen Düsseldorf -

Ludger Dohm ist Geschäftsführer der Flughafen Düsseldorf GmbH. © Flughafen Düsseldorf

Was war Ihr persönliches Highlight 2015 aus beruflicher Sicht und warum?
Ludger Dohm: Im vergangenen Jahr haben wir am Düsseldorfer Airport viele Dinge gestaltet und vorangebracht. Darum gab es viele Highlights. Das Jahr 2015 war zum Beispiel das Jahr, in dem der A380 durch Emirates erstmals im Linienverkehr nach Düsseldorf kam. Die Fünf-Sterne-Airline Cathay Pacific hat eine Direktverbindung nach Hongkong aufgenommen. Im Sommer wurde eine der modernsten Gepäckförderanlagen der Welt in Betrieb genommen. Und ganz nebenbei konnte der Düsseldorfer Airport erstmals in seiner Geschichte knapp 22,5 Millionen Passagiere begrüßen. Ein Rekord, auf den wir am Flughafen alle zusammen stolz sein können.

Auf welches Ereignis hätten Sie in diesem Jahr gerne verzichtet und warum?
Dohm: Das abgelaufene Jahr 2015 hat unsere Welt verändert und wird uns vermutlich noch sehr lange in Erinnerung bleiben. Ein Ereignis ist bei mir dabei in der Rückschau aber besonders haften geblieben. Unsere gesamte Branche und insbesondere auch die Menschen am Flughafen Düsseldorf werden den 24. März 2015 nie vergessen. Er ist sozusagen fest im kollektiven Gedächtnis verankert. An diesem Tag ereignete sich der tragische Absturz des Germanwings-Fluges 4U9525 auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf. Es waren traurige, bewegende Tage, auf die wir alle gerne verzichtet hätten. Es waren aber auch Tage, in denen man den starken Zusammenhalt unserer Branche in jeder Minute spüren konnte. Gemeinsam haben wir das Mögliche aus dem Unumkehrbaren gemacht.

Welche persönliche Bilanz ziehen Sie in diesem Jahr insgesamt für Ihren Flughafen?
Dohm: Grundsätzlich ziehe ich eine positive Bilanz. Wir sind am Düsseldorfer Airport gut aufgestellt, um sowohl den operativen Herausforderungen zu begegnen als auch, um uns strategisch weiterzuentwickeln. 2015 konnten wir den sechsten Passagierrekord in Folge feiern. Wir schaffen es somit am Standort, trotz der vielfältigen Herausforderungen in den vergangenen Jahren immer weiter zu wachsen. Dies wird in Düsseldorf natürlich in Zukunft wegen der hiesigen genehmigungsrechtlichen Kapazitätsbegrenzung zunehmend schwieriger. Kurzum: Mit dem Jahr 2015 sind wir insgesamt zufrieden.

Welche Herausforderungen sehen Sie für das Jahr 2016? Und wie wollen Sie diese angehen?
Dohm: In das neue Jahr 2016 blicken wir mit großer Zuversicht. Im Sommer 2016 können wir den Menschen und der Wirtschaft unserer Region zum ersten Mal rund 140 Langstreckenabflüge pro Woche anbieten. Singapore Airlines hat bereits eine Direktverbindung nach Singapur angekündigt. Air Berlin wird vier neue Langstreckenziele in Amerika anfliegen. Und weitere Herausforderungen liegen vor uns. So werden wir uns 2016 noch stärker auf Themen wie Customer Excellence, Digitalisierung und Nachhaltigkeit fokussieren. Mit höchster Priorität verfolgen wir in Düsseldorf weiter unser Ziel, unsere Betriebsgenehmigung im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens bedarfsgerecht anpassen zu können. Damit unser starkes Bundesland Nordrhein-Westfalen weiter an die globalen Wachstumsmärkte der Welt angebunden bleibt, möchten wir die Kapazität unseres Flughafens anheben – ohne dabei die Bedürfnisse der Anwohner aus dem Blick zu verlieren.

Was wünschen Sie sich für die deutsche Luftfahrtbranche?
Dohm: Mobilität ist heutzutage ein Megatrend. Immer mehr Menschen nutzen in unserer hochmobilen Gesellschaft das Flugzeug zur Erfüllung ihrer Mobilitätsbedürfnisse. Gleichzeitig werden jedoch die Rahmenbedingungen im auf Bundes-, aber auch auf Landesebene für die gesamte Branche und Infrastrukturprojekte immer schwieriger. In der Konsequenz nehmen die deutschen Akteure in Summe relativ gesehen immer weniger am weltweiten Wachstum des Luftverkehrs teil. Dies sollte nochmals dringend überdacht werden. Denn ohne Mobilität gibt es keinen Austausch, ohne Austausch kein Wachstum und ohne Wachstum gibt es keinen Wohlstand und keine Arbeitsplätze.

Anlässlich des Jahreswechsels hatte airliners.de an die deutschen Flughafen- und Airline-Chefs ein paar Fragen geschickt. Die Antworten haben wir unter der Rubrik "Fünf Fragen an..." veröffentlicht. Alle Interviews dieser Reihe finden Sie auf unserer Themenseite.

Von: gk

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