Fraports Wachstumspläne werden durch Krisen im Ausland gedämpft

29.05.2015 - 14:01 0 Kommentare

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hängt bei der geplanten Übernahme von 14 griechischen Regional-Airports weiter in der Luft. Das und mehr erklärte Vorstandschef Stefan Schulte bei der Hauptversammlung des Unternehmens.

Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender des Flughafenbetreibers Fraport, stellt auf der Hauptversammlung des Unternehmens am 29. Mai 2015 in Frankfurt die Unternehmensbilanz für 2014 vor.  - © © dpa - Boris Roessler

Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender des Flughafenbetreibers Fraport, stellt auf der Hauptversammlung des Unternehmens am 29. Mai 2015 in Frankfurt die Unternehmensbilanz für 2014 vor. © dpa /Boris Roessler

Die Krisen in Griechenland und Russland bremsen den Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport bei seinen Wachstumsplänen. Während die Passagierzahlen in Frankfurt anziehen und der Bau des dritten Terminals anläuft, bleiben viele Russen zu Hause und sorgen für Rückgänge an Fraports Auslandsflughäfen in St. Petersburg und Antalya. Bei der Fraport-Hauptversammlung in Frankfurt setzte Vorstandschef Stefan Schulte am Freitag zudem ein Fragezeichen hinter die geplante Übernahme von 14 Regionalflughäfen in Griechenland.

Zu den Regionalflughäfen habe es nun erste Gespräche mit der griechischen Regierung gegeben, sagte Schulte vor den Aktionären. "Weitere Gespräche sind vereinbart. Alles Weitere wird man jetzt abwarten müssen." Es sei schwierig einzuschätzen, ob und wann die Übernahme abgeschlossen werden könne. Die griechische Regierung von Alexis Tsipras hat von ihren Vorgängern eingeleitete Privatisierungen auf den Prüfstand gestellt und will die Verträge neu aushandeln.

Auch Schulte deutete Änderungen bei der Übernahme an. Ein Abschluss müsse "die veränderte finanzpolitische und gesamtwirtschaftliche Konstellation reflektieren", stellte er vor den Aktionären klar. Die 14 Flughäfen unter anderem auf Kreta und Rhodos seien mit ihrem touristischen Potenzial aber weiterhin interessant. Fraport hatte zusammen mit einem griechischen Partner im November für 1,2 Milliarden Euro den Zuschlag für die Betreiberkonzessionen der Airports erhalten.

Schwacher Rubel bremst das Geschäft

Unterdessen bremst der schwache Rubel die Reisefreude der Russen. An den Flughäfen im russischen St. Petersburg und im türkischen Antalya, die der Fraport-Konzern betreibt, gingen die Passagierzahlen im April spürbar zurück. "Diese Entwicklung dürfte sich in den kommenden Monaten fortsetzen", sagte Schulte. Der schwache Rubel macht Auslandsreisen für Russen deutlich teurer. Bisher reisten sie besonders gern in die Türkei.

dpa, Frank Rumpenhorst Lesen Sie auch: Fraport zieht Bilanz und nennt Erwartungen für 2015

Am Heimatstandort Frankfurt erwartet Schulte 2015 weiterhin zwei bis drei Prozent mehr Fluggäste als im Vorjahr. Damit dürfte die Marke von 61 Millionen Passagieren "deutlich" übertroffen werden. Umsatz und Gewinn sollen 2015 ebenfalls zulegen, für den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) hat Schulte 820 bis 840 Millionen Euro im Auge. Nach einem Ebitda von 790 Millionen Euro im Jahr 2014 sollten die Aktionäre einer Dividende von 1,35 Euro zustimmen, 10 Cent mehr als im Vorjahr.

Kritik am geplanten Bau des dritten Terminals

Kritik von Fluglärmgegnern und Aktionärsschützern erntete der Vorstand für den geplanten Bau des dritten Passagierterminals in Frankfurt. Während das Bündnis der Bürgerinitiativen das Vorhaben grundsätzlich ablehnt, hielt auch Florian Honselmann von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) den Bau heute für "riskanter als er es vor zehn Jahren gewesen wäre". So habe der Flughafen Dubai Frankfurt bei den internationalen Umsteigepassagieren inzwischen weit überholt. "Wir hoffen, dass sich die Passagierprognosen als richtig erweisen", sagte Honselmann. Fraport will mit dem Bau des Terminals noch 2015 beginnen. Die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2022 geplant.

Von: dpa-AFX
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