Fraport erhält Zuschlag für zwei brasilianische Flughäfen

16.03.2017 - 17:19 0 Kommentare

Brasilien braucht dringend Geld - und privatisiert daher vier große Flughäfen. Zweimal gewinnt ein deutscher Bieter, einmal einer aus der Schweiz.

Internationaler Flughafen Pinto Martins in Fortaleza (Archivfoto aus 2013)

Internationaler Flughafen Pinto Martins in Fortaleza (Archivfoto aus 2013)
© dpa - Bildfunk - Infraero/dpa

Internationaler Flughafen Pinto Martins in Fortaleza (Archivfoto aus 2013)

Internationaler Flughafen Pinto Martins in Fortaleza (Archivfoto aus 2013)
© dpa - Bildfunk - Gabriel Heusi/Infraero · Divulgation/dpa

Internationaler Flughafen Salgado Filho in Porto Alegre (Archivfoto aus 2013)

Internationaler Flughafen Salgado Filho in Porto Alegre (Archivfoto aus 2013)
© dpa - Gabriel Heusi/Infraero · Divulgation/dpa

Der Betreiber des Frankfurter Flughafens, Fraport, hat den Zuschlag bei der Privatisierung von zwei Großflughäfen in Brasilien bekommen. Bei der jetzigen Auktion in São Paulo konnte Fraport die Konzessionen für den Betrieb der bisher staatlich betriebenen Flughäfen im nordostbrasilianischen Fortaleza und in Porto Alegre im Süden Brasiliens ersteigern.

Für den Fortaleza-Zuschlag lag der Preis bei 425 Millionen Reais (126,5 Millionen Euro), für Porto Alegre bei 290,5 Millionen Reais (86,4 Millionen Euro) - allerdings summieren sich laut Fraport die Gesamtkosten über die Konzessionszeit von 30 Jahren bei Fortaleza auf rund 446 Millionen Euro und für 25 Jahre Laufzeit bei Porto Alegre auf 113 Millionen Euro. Hinzu kommt eine jährliche fünfprozentige Umsatzabgabe.

Fortaleza hat eine besondere Note

Am Airport Fortaleza steht seit 2008 flugunfähig die frühere Lufthansa-Maschine "Landshut", die 1977 von Terroristen gekidnappt und von der Spezialeinheit GSG-9 im somalischen Mogadischu befreit wurde. Sie wechselte mehrfach den Besitzer und war zuletzt als Frachtflugzeug in Brasilien im Einsatz. Der neue Betreiber Fraport muss entscheiden, ob die Maschine verschrottet oder verkauft wird.

Zudem ging der Flughafen in Salvador bei der Auktion an Vinci Airports und der Flughafen im Ferienort Florianópolis an Zürich International Airport. Die brasilianische Regierung konnte bei der Versteigerung im Rahmen der Privatisierungsbemühungen zur Senkung des Defizits rund 1,46 Milliarden Reais (435 Mio Euro) einnehmen.

Die Regierung konnte mehr Geld erlösen als veranschlagt. Über den gesamten Zeitraum der Konzessionen (Porto Alegre 25 Jahre, die anderen 30 Jahre) rechnet man mit 3,7 Milliarden Reais (1,1 Milliarden Euro). Mit der Konzession bekommen die Betreiber die Rechte für Terminals, Pisten und Abstellplätze auf dem Flughafengelände, sind aber auch zu Investitionen verpflichtet.

Fraport betreibt bisher in Südamerika nur den Flughafen in der peruanischen Hauptstadt Lima. Der Konzern will auch 14 griechische Airports übernehmen. Dieses Projekt verzögert sich jedoch.

Beteiligungen der Fraport an Flughäfen weltweit. An den Airports, die mit einem schwarzen Logo dargestellt werden, ist der Konzern bereits beteiligt - die blauen Flughäfen sollen dazukommen. Zoomen Sie in die Karte für eine detailliertere Ansicht.

Von: ch, dpa-AFX
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