Dank Frankfurt und Antalya: Fraport legt zu

Die guten Zahlen aus Frankfurt und Antalya schieben den Flughafenbetreiber Fraport im Sommer an. Chef Stefan Schulte informiert zudem über mögliches Wachstum von Easyjet.

Eine Lufthansa-Maschine startet am Flughafen Frankfurt. - © © dpa - Bildfunk - Arne Dedert

Eine Lufthansa-Maschine startet am Flughafen Frankfurt. © dpa - Bildfunk /Arne Dedert

Der Flughafenbetreiber Fraport bleibt im Sommer auf Kurs. So stieg der Umsatz im dritten Quartal um 18,8 Prozent auf 873,4 Millionen Euro. Dies teilte Fraport nun mit. Das operative Ergebnis (Ebit) wuchs um 39,2 Prozent auf rund 299,5 Millionen Euro. Das Konzernergebnis stieg um 47,7 Prozent auf rund 205,4 Millionen Euro an. Der operative Cash Flow, also der Mittelzufluss aus dem laufenden Geschäft, wuchs um 22,7 Prozent auf 298,1 Millionen Euro an. Damit schnitt das Unternehmen durchweg besser ab als von Analysten erwartet.

Fraport-Chef Stefan Schulte zweifelte bei der Vorlage der Quartalszahlen nicht daran, dass der Konzern die selbst gesetzten Ziele bei Passagieren und Gewinn in diesem Jahr erreicht. Wenn die Zahl der Fluggäste in Frankfurt wie erhofft um fünf Prozent auf 63,8 Millionen zulegen soll, darf der Rückenwind im November und Dezember jedoch nicht nachlassen.

Börsen-Reaktionen

Am Finanzmarkt kamen die Nachrichten gut an. Die Fraport-Aktie gewann in den ersten Handelsminuten im M-Dax über zwei Prozent an Wert. Damit hat sie seit Jahresbeginn fast 50 Prozent an Wert gewonnen. Der insgesamt mit rund 7,7 Milliarden Euro bewertete Konzern gehört zu gut der Hälfte dem Land Hessen und der Stadt Frankfurt. (dpa-AFX)

Die neuen Quartalszahlen sind geprägt von den guten Geschäften an Deutschlands größtem Airport in Frankfurt und einer Erholung am Konzernflughafen im türkischen Antalya. Gleichzeitig wirkt sich aber auch die Übernahme der griechischen Regional-Airports auf die Zahlen aus: Die Netto-Finanzschulden erhöhten sich auf 3,6 Millionen Euro - am Jahresende 2016 lagen sie noch bei 2,4 Millionen Euro.

Für das laufende Jahr sieht Fraport-Chef Stefan Schulte den Konzern auf Kurs, einen operativen Gewinn von 980 Millionen bis 1,02 Milliarden Euro zu erreichen. Das wäre etwas weniger als die 1,05 Milliarden von 2016. Allerdings sollen die übernommenen griechischen Flughäfen dem Umsatz 2017 auf 2,9 Milliarden Euro in die Höhe treiben.

Zudem bekam der Konzern den Zuschlag für die Flughäfen Fortaleza und Porto Alegre in Brasilien, die er im kommenden Jahr übernehmen soll. Die Anlaufkosten will Fraport Ende 2017 verbuchen.

Frankfurt und Antalya im Fokus

Für Freude sorgt bei der Fraport-Führung inzwischen wieder das Geschäft am Heimatstandort Frankfurt. Nachdem die Zahl der Fluggäste 2016 entgegen dem internationalen Trend gesunken war, lockte Schulte mit einem Anreizprogramm mehrere Low-Cost-Carrier nach Frankfurt - darunter Europas Marktführer Ryanair. Auch dank dessen Geschäftsausbau soll die Zahl der Fluggäste in Frankfurt 2017 um etwa fünf Prozent steigen. Nach einem Plus von 6,3 Prozent im Oktober steht für die ersten zehn Monate nach vorläufigen Zahlen ein Passagierzuwachs von 4,8 Prozent zu Buche.

Mit dem Rabattprogramm für die Eröffnung neuer Strecken, von dem Ryanair profitiert, hat Fraport auch einen Streit mit Lufthansa vom Zaun gebrochen. Die Großkundin forderte ähnliche Vergünstigungen, um ihre Billigtochter Eurowings an Deutschlands größtem Flughafen unter zu bringen. Zudem zog sie große Fluggeräte an ihren zweiten Hub München ab.

Zudem soll sich Easyjet nach Angaben von Schulte Slots am Airport Frankfurt gesichert, berichtet das "Handelsblatt". Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es bislang nicht.. Der britische Billigflieger will einen Großteil des Air-Berlin-Angebots in Tegel übernehmen - samt Buchungen. Zudem least die Airline 25 Flugzeuge, die bislang an die Konkurrentin vermietet waren.

Die Kosten in Frankfurt sind 20 Prozent höher als anderswo - die 20 Prozent müssen weg.

Carsten Spohr, Lufthansa-Chef

Dabei profitierte Antalya vor allem von Gästen aus Russland. Die russische Regierung hatte frühere Sanktionen gegen die Türkei aufgehoben, so dass Reiseveranstalter wieder verstärkt russische Urlauber an die türkische Riviera bringen konnten. Die deutsche Bundesregierung hat angesichts von Festnahmen deutscher Staatsangehöriger in der Türkei bei Reisen in das Land hingegen zu Vorsicht geraten

Von: cs mit dpa

Datum: 02.11.2017 - 11:24

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