Ein Flugzeug landet nachts auf der Landebahn Nordwest des Flughafens Frankfurt © dpa /Fredrik von Erichsen
Laute Flugzeuge sollen am Frankfurter Flughafen offenbar von Januar an höhere Gebühren zahlen. Ein entsprechender Antrag des Flughafenbetreibers Fraport sei beim hessischen Wirtschaftsministerium eingegangen, berichtete die "Frankfurter Rundschau" am Samstag mit Bezug auf einen Sprecher des Ministeriums.
Fraport will der "Frankfurter Rundschau" zufolge die Entgelte für laute und leise Maschinen mehr spreizen als bisher. Der vom Lärm abhängige Anteil der Gebühren soll von 6 auf 14 Prozent steigen. Als Folge würde der Aufenthalt für einen Jumbo-Jet vom Typ Boeing 747-400 teurer, während wegen der ebenfalls veränderten Grundentgelte für einen Airbus A380 weniger zu zahlen sei als bislang. Die Spreizung der Lärmentgelte war im Rahmen der "Allianz für Lärmschutz" zwischen Landesregierung und Luftverkehrswirtschaft fest vereinbart worden.
Die Lufthansa widersprach unterdessen Darstellungen, sie wolle grundsätzlich 20 oder 30 Ausnahmen vom Nachtflugverbot am Flughafen. Es gehe der Airline um Regelungen für Extremsituationen, sagte Passage-Vorstand Kay Kratky der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstagsausgabe).
Lufthansa-Vorstand Kratky sagte der "FAZ", sein Unternehmen nehme den Lärmschutz und das Nachtflugverbot ernst. Es habe die Startzeiten in Frankfurt für die späten Verbindungen vorverlegt. So seien planmäßig alle Flugzeuge lange vor 23 Uhr, also vor Beginn des Nachtflugverbots, in der Luft. Der letzte Interkontinentalflug verlasse um 22.15 Uhr das Gate. Zuvor seien die Maschinen um 22.50 Uhr von der Gebäudeposition in Richtung Startbahn losgerollt. Die letzten kontinentalen Flüge verließen gegen 22.30 Uhr das Gate, bevor sie etwa 15 Minuten später in der Luft seien.
Das zeige, dass man schnell und entschieden die Anforderungen des Nachtflugverbots erfüllt habe und alle Möglichkeiten zur zeitlichen Pufferung nutze, sagte Kratky. Damit befinde sich die Lufthansa in der Praxis sogar ziemlich genau auf der Linie, die auch harte Kritiker vertreten.
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