Fraport unterzeichnet Vertrag für griechische Flughäfen

14.12.2015 - 12:15 0 Kommentare

Fraport wird ab dem kommenden Herbst 14 griechische Flughäfen betreiben. Der entsprechende Vertrag wurde jetzt unterzeichnet. Mit der Übernahme werden 1,2 Milliarden Euro fällig.

Gepäckstücke am Flughafen Thessaloniki - © © dpa - Armin Weigel

Gepäckstücke am Flughafen Thessaloniki © dpa /Armin Weigel

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport übernimmt wie geplant 14 griechische Regionalflughäfen. Das Fraport-Bündnis mit dem griechischen Partner Copelouzos und der staatliche Privatisierungsfonds HRADF hätten die Konzessionsverträge für die Airports unterzeichnet, teilte der Frankfurter MDax-Konzern jetzt mit.

Die Übernahme soll im Herbst 2016 abgeschlossen werden. Dann übernimmt Fraport nach eigenen Angaben den operativen Betrieb. Die Flughäfen selbst bleiben aber im Eigentum des griechischen Staates.

Die Fraport AG zahlt nach eigenen Angaben gemeinsam mit ihrem griechischen Minderheits-Partner für die Betreiber-Konzession einmalig gut 1,2 Milliarden Euro und verpflichtet sich zu Investitionen an den Flughäfen, die sich bis zum Jahr 2020 auf 330 Millionen Euro belaufen sollen. Zudem muss das Konsortium eine jährliche Konzessionsabgabe von anfänglich 22,9 Millionen Euro an den griechischen Staat leisten.

Projekt hatte sich immer wieder verzögert

Das Konsortium war bereits im November 2014 aus einer Ausschreibung als bevorzugter Bieter hervorgegangen. Der Zuschlag hatte sich aber in der Schuldenkrise immer wieder verzögert, denn die Privatisierung der Flughäfen ist in Griechenland umstritten.

Im vergangenen Jahr hatten die 14 Airports zusammen ein Passagiervolumen von rund 22 Millionen. Drei Flughäfen befinden sich auf dem griechischen Festland, die restlichen elf liegen auf den Inseln des Landes.

Der Vorsitzende des griechischen Privatisierungsfonds begrüßte den Vertragsabschluss mit Fraport. "Das ist eine wichtige Station für die Infrastruktur des Landes, ein Schritt, der zusätzliche Einnahmen und hohe Investitionen bringen wird", sagte Stergios Pitsiorlas dem Fernsehsender Skai anlässlich der Unterzeichnung. Fraport-Chef Stefan Schulte sprach von einer "Win-win-Situation".

Anders sieht das die Luftfahrtgewerkschaft Osypa. Sie bezeichnete die Übernahme als "Skandal" und reichte beim obersten griechischen Verwaltungsgericht Klage gegen das "nationale Verbrechen" der Übernahme ein. Die Gewerkschaft befürchtet harte Einsparungen seitens der neuen Betreiber, die zu verminderter Flugsicherheit führen könnten. Verhandelt werden soll der Fall Anfang Januar.

© dpa, EPA/Sotiris Barbarousis Lesen Sie auch: Fraport darf 14 griechische Regionalflughäfen übernehmen

Von: ch, dpa-AFX
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