Fraport: Terminal 3 liegt unter Grundwasserspiegel

20.03.2018 - 16:48 0 Kommentare

Teile des neuen Terminals 3 am Frankfurter Flughafen werden unter dem Grundwasserspiegel liegen. Aus diesem Grund gleicht die Baustelle des neuen Terminals, das rund 13 Fußballfelder groß werden soll, derzeit einem kleinen See.

 Eine Computergrafik zeigt den ersten Bauabschnitt des Terminals 3 (dunkle Gebäudeteile) auf dem Flughafen in Frankfurt am Main. - © © Fraport AG -

Eine Computergrafik zeigt den ersten Bauabschnitt des Terminals 3 (dunkle Gebäudeteile) auf dem Flughafen in Frankfurt am Main. © Fraport AG

Im Spezial-Tiefbau soll mit Spundwänden aus Metall und einer Betondecke die Baugrube gegen eindringendes Grundwasser abgedichtet werden. Für diese Arbeiten sind bei den winterlichen Temperaturen derzeit auch Taucher im Einsatz. Ist die Betondecke fertig, soll das Wasser abgepumpt, in speziellen Becken gereinigt und dann wieder dem Grundwasser zugeführt werden, sagte Fraport-Sprecher Christian Engel am Dienstag bei einer Baustellenbesichtigung.

Zehn Meter unter dem Grundwasserspiegel

Teile des fertigen Terminals sollen bis zu zehn Meter unter dem Grundwasserspiegel liegen. In diesen Tiefen will der Betreiber Fraport unter anderem Technik und rund 15 Kilometer Gepäckförderband unterbringen. Neben der mit Wasser gefluteten Baugrube sind von dem Großprojekt bereits eine Ab- und Zufahrtsrampe und das Vorfeld, auf dem die Flieger stehen werden, fertig. Im September soll mit dem Rohbau begonnen werden. Das neue Terminal entsteht auf dem Gelände des ehemaligen Stützpunktes der US-Luftwaffe in Deutschland, der Rhein-Main-Airbase. Ihre Reste sollen komplett dem Neubau weichen.

Bei der Eröffnung des neuen Terminals hält der Flughafenbetreiber an seinem Zeitplan fest: Bereits ab Herbst 2020 sollen am Billigflieger-Flugsteig G vier bis fünf Millionen Passagiere im Jahr ihre Reise starten können. Man hoffe, dass noch im April der Bauantrag genehmigt werde, sagte Sprecher Christian Engel. Mit dem rund 200 Millionen Euro teuren Flugsteig wäre der erste Teil des Großprojektes fertig.

Fraport hatte diesen Teil vorgezogen, damit Billig-Airlines schneller einen auf ihren Bedarf zugeschnittenen Flugsteig erhalten. Der Bereich sei "auf des wesentlichste reduziert" und enthalte beispielsweise keine Lounges oder Gepäckaufbewahrung, sagte Engel. Bis zur Fertigstellung des gesamten Projekts sollen Busse die Passagiere zu dem neuen Flugsteig bringen.

Terminal bekommt bis zu vier Flugsteige

Das gesamte Terminal soll 2023 mit zwei weiteren Flugsteigen (H und J) in Betrieb gehen und nach Fraport-Angaben um die drei Milliarden Euro Kosten. Dann soll auch der Billigflieger-Flugsteig G mit dem Hauptgebäude und dem Transportsystem verbunden werden. 14 Millionen Passagiere können dann pro Jahr vom neuen Terminal starten und landen. Als weitere Ausbaustufe gibt es noch die Möglichkeit, das Terminal um den Flugsteig K zu erweitern. Dafür gebe es derzeit aber keine konkreten Pläne, sagte der Fraport-Sprecher. Kritiker halten das neue Terminal für unnötig und befürchten mehr Fluglärm und mehr Belastungen für die Umwelt.

Terminalbau erfordert weitere Infrastrastrukturmaßnahmen

Für die Flughafenerweiterung muss auch die Infrastruktur angepasst werden: Die Autobahnabfahrt Zeppelinheim wird erweitert und ein neues Passagier-Transportsystem soll das Terminal mit den beiden anderen sowie den Bahnhöfen verbinden. Acht Minuten soll es dann dauern, um vom Terminal 1 zum Neubau zu gelangen. Den Zuschlag für das Transportsystem erhielt eine Bietergemeinschaft aus Siemens, Max Bögl und Keolis, wie Fraport am Dienstag zur Vertragsunterzeichnung mitteilte. Der 300 Millionen schwere Auftrag umfasst neben den Zügen unter anderem auch den Bau von Teilen des Fahrwegs.

Eine Pannenserie wie beim Bau des Berliner Hauptstadtflughafens befürchtet Fraport nicht. Es machten sich derzeit in Frankfurt viele Menschen über Themen wie die Planung des Brandschutzes Gedanken, sagte der Projektverantwortliche im Spezialtiefbau, Achim Jaup. Beim Neubau des Terminals gebe es statt eines Generalunternehmers 160 Einzelvergaben, sagte der Fraport-Sprecher. Das mache die Koordination zwar wesentlich komplexer, dafür könne man sehr flexibel auf Änderungen oder Probleme reagieren.

Der Frankfurter Flughafen ist einer der größten Flughäfen in Europa. 2017 stiegen hier nach Fraport-Angaben 64 Millionen Passagiere ein, aus und um. 89 Fluggesellschaften fliegen weltweit zu 262 Orten.

Von: dpa, br
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