Fraport hält weiterhin an Plänen für drittes Terminal fest

14.11.2014 - 16:12 0 Kommentare

Der Frankfurter Flughafen will mithalten im globalen Wettbewerb. Also besteht Betreiber Fraport darauf, ein drittes Terminal zu bauen. Doch der Glaube ans Wachstum hat einen Gegenpol: die Nöte der betroffenen Kommunen.

Eine Computergrafik zeigt den Check-In des zukünftigen Terminal 3 auf dem Flughafen von Frankfurt.

Eine Computergrafik zeigt den Check-In des zukünftigen Terminal 3 auf dem Flughafen von Frankfurt.
© dpa - Fraport AG

Eine Computergrafik zeigt die Abflughalle des zukünftigen Terminal 3 auf dem Flughafen von Frankfurt.

Eine Computergrafik zeigt die Abflughalle des zukünftigen Terminal 3 auf dem Flughafen von Frankfurt.
© Fraport

 Eine Computergrafik zeigt den ersten Bauabschnitt des Terminals 3 (dunkle Gebäudeteile) auf dem Flughafen in Frankfurt am Main.

Eine Computergrafik zeigt den ersten Bauabschnitt des Terminals 3 (dunkle Gebäudeteile) auf dem Flughafen in Frankfurt am Main.
© Fraport AG

Im Streit um den geplanten dritten Terminal am Frankfurter Flughafen bleibt die Kluft zwischen Gegnern und Befürwortern unverändert tief. Der Betreiberkonzern Fraport hält das Abfertigungsgebäude für dringend notwendig. Bis zum Jahr 2030 werde die Zahl der Fluggäste noch einmal um die Hälfte auf etwa 90 Millionen jährlich wachsen, sagte Fraport-Vorstandschef Stefan Schulte am Freitag bei einer Anhörung der SPD-Fraktion im hessischen Landtag. Die Unternehmerverbände standen auf seiner Seite. Betroffene Kommunen und die evangelische Kirche aber versuchen, sich gegen den Ausbau des Airports zu wehren.

Die endgültige Entscheidung zum Bau träfen Vorstand und Aufsichtsrat von Fraport, sagte Schulte in Wiesbaden. Der Konzern hat eine Baugenehmigung und will das Milliardenprojekt im kommenden Jahr beginnen. Die schwarz-grüne Landesregierung prüft zwar den Bedarf für Terminal 3. Sie hat aber kaum Einfluss auf die Entscheidung der Fraport, auch wenn sie im Aufsichtsrat vertreten ist.

Schulte: Neues Terminal trägt zum Erhalt der Wettbewerbsvorteile bei

Fraport rechne bis 2021 mit einem Passagieraufkommen, das die Kapazitäts- und Belastungsgrenzen der vorhandenen Terminals übersteige, sagte Schulte. «Der Bau des neuen Terminals trägt so zum Erhalt eines der wichtigsten Wettbewerbsvorteile dieser Region bei - der internationalen Anbindung an die Wachstumsmärkte.» Zwei Mitte September veröffentlichte Gutachten gehen davon aus, dass am Frankfurter Flughafen bis zum Jahr 2021 mit einem Aufkommen von 68 bis 73 Millionen Passagieren zu rechnen ist.

Von den Kommunen erntete der Flughafen-Betreiber jedoch Kritik. «Der Flughafen ist schon lange an den Grenzen seiner Kapazität angekommen, was die Lärmbelastung und die Gesundheitsbelastung für die Region betrifft, aber auch aus wirtschaftlicher Sicht», sagte Walter Astheimer von der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Flughafen Frankfurt/Main (KAG). Franz-Rudolf Urhahn (Grüne), Erster Stadtrat von Mörfelden-Walldorf, warnte vor einer höheren Verkehrs- und Lärmbelastung und großem Waldverbrauch.

© Fraport AG, Lesen Sie auch: Frankfurt erteilt Baugenehmigung für drittes Flughafen-Terminal

Von der Luftfahrt und Wirtschaftsverbänden kam ein deutliches Ja zu Terminal 3. Die Erweiterung erhalte den Frankfurter Flughafen als Drehscheibe, sagte Clemens Christmann von der Vereinigung hessischer Unternehmerverbände (VhU).

Der Bau des Terminal 3 soll ausschließlich privatwirtschaftlich finanziert werden. Die Fraport kalkuliert beziffert das Investitionsvolumen einschließlich aller weiteren Infrastrukturmaßnahmen auf rund 2,5 bis 3 Milliarden Euro.

Von: dpa, airliners.de
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