Fraport kann griechische Flughäfen erst später übernehmen

Exklusiv 24.01.2017 - 07:10 0 Kommentare

Die Übernahme von 14 griechischen Regionalflughäfen durch ein Fraport-Konsortium zieht sich weiter in die Länge. Die EU-Wettbewerbshüter haben derweil keine Probleme mit dem vor Ort umstittenen Deal.

Der Flughafen Thessaloniki im Norden Griechenlands. - © © EPA - Sotiris Barbarousis

Der Flughafen Thessaloniki im Norden Griechenlands. © EPA /Sotiris Barbarousis

Die Übernahme von 14 griechischen Flughäfen durch ein Fraport-Konsortium dauert länger als geplant. Man führe aktuell noch Gespräche mit der griechischen Regierung, "um einen Zeitplan für alle noch ausstehenden Verwaltungs- und sonstigen Verfahren festzulegen", sagte ein Fraport-Sprecher jetzt auf Nachfrage von airliners.de.

Eigentlich sollte die Betriebsübernahme bereits im Herbst vergangenen Jahres abgeschlossen werden. Fraport will den operativen Betrieb an den Flughäfen übernehmen. Die entsprechenden Verträge wurden bereits Ende 2015 unterzeichnet.

Einen neuen Zeithorizont will Fraport nicht nennen. Man habe aber bereits rund 390 Mitarbeiter eingestellt, sowohl für die neu gegründete Gesellschaft "Fraport Greece" als auch an den Flughäfen selbst, so der Sprecher. Zudem habe Fraport einen Masterplan sowie Konzepte für die Modernisierung der Infrastruktur an den jeweiligen Standorten entwickelt.

Übernahme in Griechenland ist umstritten

Die Übernahme der Regionalflughäfen ist in Griechenland umstritten. Mitte vergangenen Jahres hatten Gewerkschaften sogar zu Streiks gegen die Übernahme aufgerufen.

Laut "Wirtschaftswoche" sitzt in Griechenland die "Furcht vor einem Ausverkauf" tief. Etliche Risiken für den Betrieb der Flughäfen würden beim griechischen Staat verbleiben. So erhalte Fraport beispielsweise bei Flugausfällen aus technischen Gründen oder wegen Streiks eine Entschädigung. Auch von verschiedenen Steuerabgaben bliebe das Unternehmen weitgehend befreit.

EU-Kommission hat keine Probleme mit der Übernahmen

Derweil gibt es seitens der EU-Wettbewerbskommission keine Bedenken gegen die Übernahme. Wie der Spiegel berichtet, hat die EU-Kommission die Übernahmen für rechtens erklärt. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager habe mitgeteilt, dass der Deal nicht gegen EU-Recht verstoße.

Auf eine Anfrage im EU-Parlament hatte die Wettbewerbskommissarin geantwortet, dass die Konzession in einer "gewöhnlichen privaten Ausschreibung" vergeben worden sei. Bislang habe die Kommission keinerlei Informationen erhalten, die auf mögliche Verstöße gegen das EU-Wettbewerbsrecht hinweisen würden.

Die Fraport AG zahlt nach eigenen Angaben gemeinsam mit ihrem griechischen Minderheits-Partner Copelouzos für die Betreiber-Konzession einmalig gut 1,2 Milliarden Euro und verpflichtet sich zu Investitionen an den Flughäfen, die sich bis zum Jahr 2020 auf 330 Millionen Euro belaufen sollen.

Zudem muss das Konsortium eine jährliche Konzessionsabgabe von anfänglich 22,9 Millionen Euro an den griechischen Staat leisten. Der Vertrag hat eine Laufzeit von mehr als 40 Jahren. Die Airports selbst bleiben dabei im Eigentum des griechischen Staates.

Von: dh
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