Weniger Passagiere erwartet Fraport dämpft Erwartungen

06.11.2012 - 17:04 0 Kommentare

Die schwache wirtschaftliche Entwicklung im Zuge der Schuldenkrise und geringere Auslandserlöse machen Fraport zu schaffen. Bei der Vorlage der Quartalszahlen hat der Flughafenbetreiber nun die Umsatzprognose für das Gesamtjahr gesenkt.

Blick auf das Vorfeld des Flughafens Frankfurt - © © Fraport -

Blick auf das Vorfeld des Flughafens Frankfurt © Fraport

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hat nach einem starken Sommerquartal die Erwartungen für den kommenden Winter gedämpft. Am wichtigsten Konzernflughafen in Frankfurt schlägt der ausgedünnte Winterflugplan auf die Passagierzahlen durch, so dass für 2012 nur noch ein Zuwachs von zwei bis drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr erwartet wird, wie der MDax-Konzern am Dienstag mitteilte. Bislang hatte das Management von unter vier Prozent gesprochen. Als Grund wird die schwache wirtschaftliche Entwicklung im Zuge der Schuldenkrise genannt.

Dabei trotzte Fraport den Auswirkungen der Flugbegleiter-Streiks bei der Lufthansa, die Deutschlands größtes Luftfahrtdrehkreuz zeitweise heftig getroffen hatten. Unter dem Strich verdiente Fraport im dritten Quartal 152 Millionen Euro, rund 36 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) legte um zehn Prozent auf 317 Millionen Euro zu. Der Umsatz kletterte um rund 5 Prozent auf 701 Millionen Euro.

Die trüberen Aussichten im Passagiergeschäft führte Fraport-Chef Schulte auf die Schuldenkrise in der Eurozone und die schwache Wirtschaftsentwicklung zurück. Zudem machten die deutsche Luftverkehrsabgabe und der Emissionshandel in der EU der hiesigen Luftfahrtbranche das Leben schwer. So streicht die Lufthansa ihr Flugangebot für den Winter um drei Prozent zusammen. Auch deshalb rechnet Fraport am Frankfurter Flughafen mit fast fünf Prozent weniger Flügen als im vergangenen Winter.

Im Oktober betrug der Zuwachs bei den Fluggästen in Frankfurt nach vorläufigen Zahlen noch 1,4 Prozent. Für die ersten zehn Monate steht damit ein Plus von 3,1 Prozent zu Buche. Im Frachtgeschäft ging es im Oktober um 7 Prozent nach unten, seit Januar ist damit ein Minus von 8,1 Prozent aufgelaufen.

Dennoch hält Fraport-Chef Schulte an dem Ziel fest, das EBITDA in diesem Jahr wie vorgesehen um mindestens 5 Prozent auf 842 Millionen Euro zu steigern. Davon hat Fraport nach den ersten neun Monaten bereits 81 Prozent erreicht. Das Konzernergebnis soll erneut auf dem Niveau des Vorjahres von 251 Millionen Euro liegen. Das Umsatzziel musste Fraport jedoch kappen, nachdem geringere Investitionen an den Auslandsflughäfen in Peru und Bulgarien weniger Erlöse nach sich ziehen. Nun wird ein Umsatz von nicht mehr als 2,5 Milliarden Euro erwartet.

Das Auslandsgeschäft will Fraport in den kommenden Jahren weiter ausbauen. Schulte hat dabei Brasilien, die Türkei und Portugal im Blick. Dem Vernehmen nach hat Fraport wie sieben weitere Interessenten ein Gebot für die portugiesische Flughafengesellschaft abgegeben, die zehn Flughäfen betreibt. Schulte wollte sich aus rechtlichen Gründen nicht dazu äußern. In Indien bereitet der Konzern den Verkauf seiner Beteiligung am Flughafen Delhi vor, wo er seit mehr als sechs Jahren im Geschäft ist. Das Auslandsgeschäft steuert bei Fraport rund ein Drittel zum operativen Gewinn bei. Insgesamt ist das Unternehmen bei 13 Flughäfen in aller Welt engagiert.

Von: dpa-AFX, dapd
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