Fraport-Chef sieht Unternehmen auf dem richtigen Kurs

22.04.2015 - 11:13 0 Kommentare

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport erwartet bald Gespräche mit der griechischer Regierung zur geplanten Übernahme von Airports. Am Heimatstandort Frankfurt sieht Fraport-Chef Schulte das Unternehmen unterdessen auf Kurs.

Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG - © © dpa - Arne Dedert

Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG © dpa /Arne Dedert

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport muss sich bei der geplanten Übernahme von 14 griechischen Regional-Airports weiter in Geduld üben. "Wir haben gewisse Signale, dass wir mit der griechischen Regierung in den nächsten vier bis acht Wochen erste Gespräche haben werden", sagte Fraport-Chef Stefan Schulte am Dienstagabend vor Journalisten in Frankfurt. Die Regierung von Alexis Tsipras hat die von ihren Vorgängern angeschobenen Privatisierungen auf den Prüfstand gestellt und will die Verträge neu aushandeln.

Fraport hatte im November zusammen mit einem griechischen Partner die Betreiberkonzessionen für die Regionalflughäfen erhalten - darunter die Airports in Thessaloniki sowie auf den Inseln Kreta, Korfu und Rhodos. Der Gesamtkaufpreis beläuft sich nach damaligen Angaben auf 1,234 Milliarden Euro. Bislang geht der Vorstand offiziell davon aus, dass die Übernahme spätestens Anfang 2016 vollzogen werden kann. Jetzt will Schulte die Gespräche abwarten und sich vorher nicht weiter zu den Perspektiven äußern.

Neuer Tages-Passagierrekord wird erwartet

Am Heimatstandort Frankfurt sieht der Fraport-Chef den Konzern für 2015 auf Kurs. Die Passagierzahlen seien seit Jahresbeginn stärker gewachsen als die für das Gesamtjahr angepeilten zwei bis drei Prozent. In den Sommermonaten rechnet er an Deutschlands größtem Luftfahrt-Drehkreuz erneut mit mehr als 200.000 Passagieren pro Tag - und einem neuen Rekord. Im Vorjahr hatte der Flughafen am 17. August mit rund 210.600 Fluggästen den passagierreichsten Tag seiner Geschichte verzeichnet.

Kritik an Anzahl der Transitpassagiere zurückgewiesen

Schulte verteidigte den nach mehrjähriger Debatte beschlossenen Bau des dritten Passagierterminals in Frankfurt. Fraport wolle die Position des Flughafens als eines der führenden Luftfahrt-Drehkreuze in Europa halten, sagte der Manager. Dazu brauche es nicht nur eine ausreichende Infrastruktur, sondern auch ansprechende Gebäude. Die Kritik an dem hohen Anteil von Passagieren, die in Frankfurt nur umsteigen, aber in der Region für zusätzlichen Fluglärm sorgen, lässt er nicht gelten. "Ohne die Transitpassagiere könnten wir so viele Verbindungen zu großen Städten gar nicht anbieten", sagte er. Der erste Bauabschnitt des neuen Terminals soll 2022 in Betrieb gehen. Der Erdaushub soll spätestens Ende 2015 starten.

© dpa, Arne Dedert Lesen Sie auch: Terminal 3 am Frankfurter Flughafen: Baubeginn noch in diesem Jahr

Unterdessen will sich Fraport mit weiteren Übernahmen im Ausland von dem Heimatstandort unabhängiger machen. Weltweit betreibt das Unternehmen elf Airports, zuletzt kam der Flughafen von Sloweniens Hauptstadt Ljubljana dazu, außerdem das US-Unternehmen Airmall, das Geschäftsflächen an Flughäfen in den USA vermarktet. Die 14 griechischen Flughäfen würden das Fraport-Auslandsgeschäft noch einmal deutlich vergrößern.

Von: dpa-AFX
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