Fraport-Chef Schulte will Terminal 3 ab Sommer bauen

19.01.2015 - 11:17 0 Kommentare

Der Bau des Terminal 3 am Frankfurter Flughafen beginnt im Sommer. Davon geht Fraport-Chef Stefan Schulte fest aus. Die hessische Landesregierung prüft den Bedarf eines dritten Terminals - verbieten kann sie den Bau aber nicht.

Eine Computergrafik zeigt die Abflughalle des zukünftigen Terminal 3 auf dem Flughafen von Frankfurt. - © © Fraport -

Eine Computergrafik zeigt die Abflughalle des zukünftigen Terminal 3 auf dem Flughafen von Frankfurt. © Fraport

Der Flughafenbetreiber Fraport rechnet nicht mit Verzögerungen beim Bau des umstrittenen Terminals 3 am Frankfurter Flughafen. "Wir gehen davon aus, dass wir im Sommer mit dem Bau starten", sagte Fraport-Chef Stefan Schulte der "Wirtschaftswoche". Dann erwarte er reibungslose Arbeiten.

Die Notwendigkeit eines weiteren Terminals stehe außer Frage, sagte Schulte: "Wir erwarten bis 2021 ein durchschnittliches Wachstum von zwei bis drei Prozent pro Jahr. Das bedeutet auch wieder mehr Flüge. Dafür brauchen wir das neue Terminal."

Kritik von der hessischen Regierung

Mit seiner Ankündigung brachte Schulte jedoch die in Hessen mitregierenden Grünen gegen sich auf. Das Unternehmen sei offenbar auf das Projekt so fixiert, dass es Gegenargumente gar nicht mehr hören wolle, empörte sich Grünen-Fraktionschef Mathias Wagner in Wiesbaden. Genau diese "Ignoranz" mache Fraport bei den unter dem Fluglärm leidenden Anwohnern so unbeliebt.

CDU-Regierungschef Volker Bouffier versuchte, die Wogen zu glätten. Er sei zuversichtlich, dass Regierung und Fraport zu einem einvernehmlichen Ergebnis kämen, sagte er. Anhaltspunkte dafür lieferte er aber nicht. Die SPD-Opposition wertete Schultes Ankündigung als Beleg für das endgültige Scheitern schwarz-grüner "Formelkompromisse".

Die schwarz-grüne Landesregierung in Hessen lässt den Bedarf für das Terminal prüfen - verbieten kann sie den Bau aber nicht, auch wenn das Land als Anteilseigner im Aufsichtsrat sitzt. Die Entscheidung liegt schlussendlich allein bei Fraport.

Den Anwohnern geht es um den Lärm

Im vergangenen Jahr hatte der Frankfurter Flughafen 60 Millionen Passagiere gezählt - ein neuer Rekord. Prognosen sagen sogar ein Wachstum bis zu 70 Millionen Fluggäste im Jahr 2030 voraus. Kritiker zweifeln aber daran, dass die vorhergesagten Passagierzahlen erreicht werden können. So sagt etwa der Deutsche Fluglärmdienst, Fraport liege mit ihren Prognosen zum Passagierwachstum daneben. Ohnehin geht es den meisten Anwohnern vor allem um den Lärm.

© dpa, Fraport AG Lesen Sie auch: Terminal 3 in Frankfurt: Darum geht es bei dem Streit

2021 soll ein zentrales Terminalgebäude mit zwei Flugsteigen mit einer Kapazität von 14 Millionen Passagieren pro Jahr in Betrieb gehen. An den beiden Flugsteigen des ersten Bauabschnitts sind 24 Gebäudepositionen für die Flugzeugabfertigung vorgesehen. Im Vollausbau sollen es dann 50 Positionen sein.

Von: airliners.de, AFP, dpa
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