Fraport-Chef Schulte verteidigt Neukundenrabatt

03.11.2016 - 15:36 0 Kommentare

Ein möglicher Neukundenrabatt für Ryanair am Flughafen Frankfurt hat für heftige Kritik gesorgt. Fraport-Chef Schulte verteidigte jetzt das Nachlass-Modell - und reagierte auf Drohungen der Lufthansa.

Eine Ryanair-Maschine steht am Flughafen Frankfurt. - © © dpa - Andreas Arnold

Eine Ryanair-Maschine steht am Flughafen Frankfurt. © dpa /Andreas Arnold

Der Chef des Frankfurter Flughafens hat den geplanten Neukundenrabatt für den Billigflieger Ryanair verteidigt. Die Öffnung des größten deutschen Drehkreuzes für Billiganbieter sei schon wegen der zunehmenden Konkurrenz umliegender Flughäfen notwendig, sagte der Fraport-Vorstandsvorsitzende Stefan Schulte am Donnerstag in Frankfurt.

Die geplanten, von Lufthansa und Condor heftig kritisierten Anreize richten sich laut Schulte sowohl an neue Airlines als auch an Bestandskunden, wenn diese neue Ziele anfliegen oder Kapazitäten stark ausbauen. Auch die Lufthansa-Tochter Eurowings wäre als neuer Anbieter hoch willkommen, habe aber für den kommenden Sommerflugplan bislang keine Flüge beantragt, erklärte Schulte.

© dpa, Boris Roessler Lesen Sie auch: Streit um Rabatte für Ryanair am Frankfurter Flughafen

Frankfurt werde mit seiner komplizierten Infrastruktur aber immer nur einen begrenzten Anteil von Billigfliegern haben, sagte Schulte. Das Drehkreuz bleibe das Kerngeschäft. Derzeit sind nur rund vier Prozent des Frankfurter Aufkommens den Billigfluggesellschaften zuzurechnen. Ryanair will im kommenden Jahr zunächst zwei Maschinen in Frankfurt stationieren und 28 Flüge in der Woche anbieten.

Lufthansa will nicht mehr zahlen als Ryanair

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte am Mittwoch erklärt, dass er nicht bereit sei, höhere Gebühren zu zahlen als Ryanair. Er freue sich auf Einsparungen von 200 bis 300 Millionen Euro. Schulte rechnet mit einer Genehmigung der Gebührenstaffel durch das hessische Verkehrsministerium in den kommenden zwei Wochen. Im Schnitt sollen die Entgelte um 1,9 Prozent steigen.

Die Rabatte für Neukunden seien kein Hebel, das gesamte Preisgefüge in Frage zu stellen. Auch die nur vorübergehend abgesenkten Gebühren rechneten sich für Fraport von Beginn an. "Wenn einer nicht zahlt, würden wir irgendwann den Klageweg beschreiten", sagte Schulte. Derartige Auseinandersetzungen mit der Lufthansa halte er aber derzeit für unrealistisch.

Von: dpa, gk
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