Fraport-Chef: Istanbuler Mega-Flughafen hemmt Wachstum in Frankfurt

13.06.2014 - 15:10 0 Kommentare

Der Bau des neuen Mega-Flughafens könnte sich negativ auf den Flughafen Frankfurt auswirken, schätzt Fraport-Chef Schulte ein. Einen ähnlich wachstumshemmenden Effekt habe bereits ein anderes Drehkreuz gehabt.

Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG - © © dpa - Arne Dedert

Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG © dpa /Arne Dedert

Der Bau des Mega-Flughafens in Istanbul mit bis zu 150 Millionen Passagieren wird sich nach Ansicht von Fraport-Chef Stefan Schulte wachstumsdämpfend auf das größte deutsche Drehkreuz Frankfurt auswirken. «Wir werden ein geringeres Wachstum haben, es ist eine weitere Herausforderung», sagte Schulte am Donnerstag in Berlin.

Die Aussichten des Frankfurter Airports, drittgrößter in Europa, seien wegen des sehr starken Heimatmarktes und noch zunehmender Reiselust dennoch gut. Für dieses Jahr erwarte er wie in den kommenden Jahren ein Passagier-Wachstum von zwei bis drei Prozent.

Der im M-Dax notierte Flughafenbetreiber Fraport hatte sich für Bau und Betrieb des Istanbuler Airports im Verbund mit einem türkischen Partner beworben. Den Zuschlag für den Bau, der Anfang Juni begann und bereits Ende 2018 fertig sein soll, bekam aber ein rein türkisches Konsortium. In der Türkei betreibt Fraport den Flughafen von Antalya mit bereits 27 Millionen Passagieren jährlich.

© Ministerpräsident der Türkei, Lesen Sie auch: Erdogan legt Grundstein für neuen Istanbuler Großflughafen

Auch der Ausbau Dubais - Sitz der stark wachsenden arabischen Fluggesellschaft Emirates - zum internationalen Drehkreuz hat nach Worten Schultes das Wachstum in Frankfurt gedämpft. Dubai sei bereits größer als Frankfurt, wo zuletzt 58 Millionen Passagiere gezählt wurden.

Fraport betreibt weltweit eine Reihe von Flughäfen und hält nach weiteren Gelegenheiten Ausschau, wie Schulte erklärte. Das internationale Geschäft wolle Fraport auch über das Angebot von Dienstleistungen, beispielsweise in der Informationstechnik oder im Einzelhandels- und Immobilienbereich an Flughäfen, weiter ausbauen.

Von: dpa
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