Fraport-Chef hält drittes Terminal ab 2021 weiter für notwendig

17.09.2014 - 14:31 0 Kommentare

Fraport hält weiter an einem dritten Passagierterminal für den Flughafen Frankfurt fest. Zwei neue Gutachten zum erwarteten Fluggastaufkommen wurden heute vorgestellt. Die Ergebnisse sind eindeutig.

Eine Computergrafik zeigt den Check-In des zukünftigen Terminal 3 auf dem Flughafen von Frankfurt.

Eine Computergrafik zeigt den Check-In des zukünftigen Terminal 3 auf dem Flughafen von Frankfurt.
© dpa - Fraport AG

Eine Computergrafik zeigt die Abflughalle des zukünftigen Terminal 3 auf dem Flughafen von Frankfurt.

Eine Computergrafik zeigt die Abflughalle des zukünftigen Terminal 3 auf dem Flughafen von Frankfurt.
© Fraport

Eine Computergrafik zeigt das zukünftige Terminal 3 auf dem Flughafen von Frankfurt.

Eine Computergrafik zeigt das zukünftige Terminal 3 auf dem Flughafen von Frankfurt.
© Fraport

Zwei neue Gutachten gehen davon aus, dass am Frankfurter Flughafen bis zum Jahr 2021 mit einem Aufkommen von 68 bis 73 Millionen Passagieren zu rechnen ist. Die aktuelle Auslastungsgrenze von 64 Millionen Passagieren werde damit deutlich überschritten, teilte Flughafenbetreiber Fraport heute mit. Der Bau des Terminals 3 sei demzufolge dringend erforderlich.

Die Gutachten der Institute Intraplan und MKmetric bestätigten mit ihren Analysen die internen Schätzungen der Fraport über das künftige Passagieraufkommen am Frankfurter Flughafen, wie es weiter hieß. MKmetric rechnet damit, dass sich die Passagierzahlen bis 2021 auf 68,2 Millionen und bis 2025 auf 75,7 Millionen erhöhen werden. Intraplan geht für die gleichen Zeiträume von 72,9 beziehungsweise 78 Millionen Passagieren aus.

Die ebenfalls beauftragte Beratungsgesellschaft Netherlands Airport Consultants stellte darüber hinaus fest, dass ein reibungsloser Betrieb am Flughafen bereits bei einer Passagierzahl von mehr als 64 Millionen nicht mehr zu gewährleisten sei.

Staus und Wartezeiten würden inakzeptable Höhen erreichen

"Ohne den Bau des dritten Terminals müssten auch immer mehr große Flugzeuge, die überwiegend im interkontinentalen Bereich eingesetzt werden, auf Vorfeldpositionen abgefertigt werden, was weder deutschen noch europäischen Qualitätsstandards entspricht", so Fraport-Chef Stefan Schulte. Die Staus und Wartezeiten auf den Rollwegen würden inakzeptable Höhen erreichen.

Branchen- und Wirtschaftsverbände unterstützen die Terminal-3-Pläne. Die Gutachten würden deutlich zeigen, dass der Bau des geplanten dritten Terminals erforderlich sei, teilte Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV, mit. Auch in Zukunft gelte es, dem wachsenden Mobilitätsbedürfnis der Reisenden auf qualitativ hohem Niveau nachzukommen. "Das Ausbauvorhaben ist daher die einzig angemessene Antwort auf die weiter steigende Nachfrage am Flughafen Frankfurt“, so Beisel.

Auch für Klaus-Peter Siegloch, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, haben die beiden neuen Gutachten eindeutig bestätigt, dass „der Bau des Terminals 3 am Frankfurter Flughafen richtig und notwendig ist". „Der Frankfurter Flughafen ist von zentraler Bedeutung für die deutsche Wirtschaft. Er muss wie geplant bedarfsgerecht, effizient und nachhaltig ausgebaut werden“, erklärte er.

Für Thomas Hailer, Geschäftsführer des Deutschen Verkehrsforums (DVF) hat "Frankfurt als Luftverkehrsdrehkreuz für Deutschland und Europa eine absolute Schlüsselstellung." Das Terminal 3 sei integraler Bestandteil des Ausbaus. Es sei nicht nur für den Luftverkehr, sondern für den Wirtschaftsstandort Deutschland notwendig, dass der Flughafen den künftigen Anforderungen gewachsen bleibt.

© Fraport AG, Lesen Sie auch: Frankfurt erteilt Baugenehmigung für drittes Flughafen-Terminal

Die Stadt Frankfurt hatte Fraport Anfang August die Genehmigung zum Bau des umstrittenen Terminals 3 erteilt. Für den Bau einschließlich aller weiteren Infrastrukturmaßnahmen wie den Bau von Zufahrten oder Parkhäusern wird derzeit ein Investitionsvolumen von 2,5 bis 3 Milliarden Euro veranschlagt.

Fraport will die neuen Gutachten, die auch von einem zunehmenden Frachtverkehr ausgehen, nun mit der schwarz-grünen Landesregierung erörtern. Deren Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) hat sich bereits skeptisch gezeigt und angekündigt, möglicherweise ein weiteres externes Gutachten einzuholen.

Von: airliners.de, dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Fluglärm-Gegner. Einigung über Lärmschutz am Flughafen Frankfurt

    Die Politik einigt sich mit dem Flughafen Frankfurt und dortigen Airlines auf eine Lärmobergrenze. Kritikern ist die freiwillige Vereinbarung zu unverbindlich. Die ADV sieht den Luftverkehrsstandort Frankfurt gefährdet.

    Vom 07.11.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus

Mehr Nachrichten »
Anzeige schalten
Mehr Frankfurt Jobs Mehr Stellenangebote »
Anzeige schalten »