Fraport erwägt spezielles Billigflieger-Terminal

23.02.2017 - 12:54 0 Kommentare

Der Flughafen Frankfurt macht sich Gedanken über die Tauglichkeit seiner Infrastruktur für Billigflieger: Nach der neuen Gebührenordnung mit Lowcost-Fokus prüft Fraport dabei nicht nur den Ausbau von Bus-Terminals.

Eine Ryanair-Maschine steht am Flughafen Frankfurt. - © © dpa - Andreas Arnold

Eine Ryanair-Maschine steht am Flughafen Frankfurt. © dpa /Andreas Arnold

Der Frankfurter Flughafen braucht Platz für Billigflieger. Fraport prüft daher jetzt bauliche Maßnahmen, bestätigte am Donnerstag ein Sprecher einen Vorabbericht der "Wirtschaftswoche".

Dem Bericht zufolge erwägt der Flughafenbetreiber eine deutlich vorgezogene Teileröffnung des Terminals 3, das bisherigen Planungen zufolge erst im Jahr 2023 in Betrieb gehen soll. Von einer früheren Eröffnung des neuen Terminals könne allerdings keine Rede sein, dementierte der Fraport-Sprecher.

Es gebe aber in der Tat Strategische Überlegungen bis hin zur Möglichkeit, einen speziellen Billigflieger-Pier im Süden zu bauen. In der Prüfung sei zudem der Ausbau eines bereits bestehenden Bus-Terminals im Norden des Geländes. Den von der Zeitschrift genannten Zeitpunkt 2018 für eine Inbetriebnahme wollte der Sprecher aber nicht bestätigen. Die Planung sei letztlich davon abhängig, wie schnell die Billigflieger-Passagierzahl wachse.

Billigflieger haben andere Anforderungen

Lowcost-Airlines haben in der Regel andere Anforderungen an die Infrastruktur an Flughäfen. So geht es beispielsweise darum, Flugzeuge möglichst effizient und schnell abzufertigen. Wichtig sind dabei vor allem schnelle Rollwege zu den Start- und Landebahnen. Fluggastbrücken werden dagegen beispielsweise genauso wenig benötigt wie terminalseitige Angebote für Umsteiger.

Frankfurt galt lange wegen komplizierter Abläufe und hoher Gebühren als schwieriges Pflaster für Billigflieger. Mit einer neuen, vom Land Hessen genehmigten Gebührenordnung ist der Betreiber Fraport neuen Anbietern aber zuletzt deutlich entgegengekommen.

Lufthansa, mit großem Abstand Marktführer in Frankfurt, hatte die neuen Anreize für Lowcost-Airlines scharf kritisiert. Inzwischen ist allerdings auch klar, dass die Lufthansa-Billigtochter Eurowings an Deutschlands größtem Airport operieren wird.

© dpa, Arne Dedert Lesen Sie auch: Flughafen Frankfurt will für Billigflieger attraktiver werden

Zuvor hatte Europas größter Billigflieger Ryanair in Frankfurt eine Basis mit zwei Flugzeugen angekündigt. Es wird erwartet, dass die Iren bereits im kommenden Winterflugplan ausbauen. Zuletzt hatte Wizz Air Verbindungen nach Frankfurt bekannt gegeben.

Am größten deutschen Flughafen war die Passagierzahl im vergangenen Jahr mit 61 Millionen leicht rückläufig. Für dieses und die kommenden Jahre rechnet Fraport aber wieder mit stärkerem Wachstum, nicht zuletzt durch Billigflieger. Die bestehende Infrastruktur kann bestenfalls 68 Millionen Passagiere verkraften.

Von: dh mit dpa
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