Türkei im Blick Fraport baut Indien-Engagement um

Der Flughafenbetreiber Fraport hat Verhandlungen über einen Rückzug vom Airport Delhi aufgenommen. Stattdessen will der Flughafenbetreiber in neue Projekte investieren.

Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG - © © dpa - A. Dedert

Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG © dpa /A. Dedert

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport baut sein Indien-Geschäft um. Das Unternehmen will sich von seiner Beteiligung am Flughafen Delhi trennen und lieber in den neuen Airport Navi-Mumbai investieren, wie Fraport-Manager Kai Zobel der indischen Zeitung "Economic Times" (Donnerstag) sagte. In der Türkei hat Fraports Partner IC Holding zudem ein gemeinsames Gebot für den geplanten dritten Istanbuler Flughafen im Auge. Für solche Pläne ist es Fraport zu früh: Das Projekt sei noch gar nicht ausgeschrieben, sagte ein Sprecher am Donnerstag. Jedoch beobachte man die Entwicklung in der Türkei mit grundsätzlichem Interesse.

Die türkische IC Holding, die mit Fraport bereits den Flughafen Antalya an der türkischen Riviera betreibt, will unterdessen ein Gebot für den Bau des dritten Istanbuler Flughafens abgeben. "Wenn wir das tun, dann möglicherweise mit Fraport, weil wir mit dem Unternehmen eine gute Partnerschaft haben", sagte IC-Manager Serhat Cecen der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Die türkische Regierung will noch in diesem Jahr Gebote für den neuen Airport einholen. Das Vorhaben soll rund zehn Milliarden türkische Lira (4,3 Mrd Euro) kosten. Der Flughafen soll 2016 öffnen und mit einer Kapazität von jährlich 60 Millionen Passagieren die Größenordnung des Frankfurter Flughafens erreichen.

Für die Trennung vom Flughafen Delhi laufen bereits die Verhandlungen. "Wir sprechen mit unserem Joint-Venture-Partner GMR und hoffen, dass wir den Anteilsverkauf im zweiten oder dritten Quartal 2013 abschließen können", sagte der für Auslandsbeteiligungen zuständige Fraport-Manager Zobel. Dabei gehe es um Fraports gesamten 10-Prozent-Anteil an der Flughafengesellschaft.

Fraport ist in Delhi seit 2006 an Bord. Ausländische Investoren können sich sieben Jahre nach Betriebsbeginn aus ihrem Engagement zurückziehen. Sollte die Regierung nun den neuen Flughafen Navi-Mumbai privatisieren, würden sich die Frankfurter gerne einen größeren Anteil sichern, sagte Zobel.

Für die Privatisierung der portugiesischen Flughäfen hat Fraport bereits ein Konsortium mit dem australischen Infrastrukturfonds Industry Funds Management (IFM) gebildet. Offiziellen Angaben zufolge sind in Lissabon acht unverbindliche Offerten für die staatliche Flughafengesellschaft ANA eingegangen. Ob auch die Frankfurter unter den Bietern sind, wollte der Fraport-Sprecher nicht bestätigen.

Das Euro-Krisenland Portugal will ANA bis Ende des Jahres in private Hände geben. Dadurch sollen rund 1,2 Milliarden Euro in die marode Staatskasse fließen. Die ANA managt unter anderem die Flughäfen von Lissabon, Faro und Porto sowie weitere auf den Azoren und Madeira.

Von: dpa-AFX

Datum: 01.11.2012 - 11:58

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