Fraport beginnt Anfang Oktober mit Bauarbeiten für neues Terminal

16.09.2015 - 14:08 0 Kommentare

In nicht einmal drei Wochen beginnt der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport mit den Bauarbeiten für das neue Terminal 3. Der Neubau auf dem Südgelände des Flughafens ist nicht unumstritten.

Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG

Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG
© dpa - Arne Dedert

Diese Animation zeigt die Abflughalle des zukünftigen Terminal 3 am Frankfurter Airport.

Diese Animation zeigt die Abflughalle des zukünftigen Terminal 3 am Frankfurter Airport.
© Fraport

 Eine Computergrafik zeigt den ersten Bauabschnitt des Terminals 3 (dunkle Gebäudeteile) auf dem Flughafen in Frankfurt am Main.

Eine Computergrafik zeigt den ersten Bauabschnitt des Terminals 3 (dunkle Gebäudeteile) auf dem Flughafen in Frankfurt am Main.
© Fraport AG

Die Bauarbeiten für das dritte Terminal am Frankfurter Flughafen beginnen wie zuletzt angekündigt im kommenden Monat mit einer Spatenstich-Zeremonie. An dem Festakt am 5. Oktober sollen mehrere hundert Flughafen-Beschäftigte und Gäste teilnehmen, teile die Betreibergesellschaft Fraport AG am Mittwoch mit.

Nach einem im April vorgelegten Zeitplan soll der Tiefbau nun bis zum dritten Quartal 2016 abgeschlossen sein, ab dem vierten Quartal geht es dann oberirdisch weiter. Nach den Plänen der Fraport sollen ab dem Jahr 2022 die ersten Passagiere auf dem ehemaligen Gelände der US-Airforce-Basis abgefertigt werden. Das Investitionsvolumen soll bis zu drei Milliarden Euro betragen.

Eigentlich sollten die Bauarbeiten längst laufen. Noch im Januar hatte Fraport-Chef Stefan Schulte mit einem Baubeginn schon ab dem Sommer gerechnet. Doch politischer Gegenwind und Bedenken von Bürgerinitiativen bremsten aber das Milliardenprojekt.

Projekt sorgt seit Jahren für Streit

Um die Ausbaupläne gibt es seit langem Streit. Fraport begründet den Neubau mit Kapazitätsengpässen an den bestehenden Abfertigungsgebäuden. Die Luftfahrtbranche forderte den Bau des neuen Abfertigungsgebäudes. Kritiker bezweifeln dagegen die Notwendigkeit eines weiteren Terminals. Gleichzeitig fürchten sie dennoch, dass größere Kapazitäten des Airports zu mehr Verkehr und damit zu mehr Lärm führen.

Das Terminal 3

2022 soll das Terminalgebäude mit einer Kapazität von 14 Millionen Passagieren pro Jahr in Betrieb gehen. An den beiden Flugsteigen des ersten Bauabschnitts sind 24 Gebäudepositionen für die Flugzeugabfertigung vorgesehen. Im Vollausbau sollen es dann vier Flugsteige mit insgesamt 50 Positionen sein.

Welche Fluggesellschaft das neue Terminal nutzen wird, ist noch offen. Die Lufthansa und ihre Star-Alliance-Partnerfluggesellschaften bleiben wohl im Terminal 1. Das neue Terminal könnte ein neues Zuhause für andere Bündnisse wie OneWorld oder SkyTeam werden. Denkbar wäre auch, dass vor allem Ferienflieger oder allianzfreie Fluggesellschaften hier andocken.

Das neue Terminal im Süden des Flughafens soll auch an das "SkyLine"-Peoplemover-System angeschlossen werden. Die neue Bahntrasse wird den Planungen zufolge vom Terminal 2 entlang der Autobahn A5 ebenerdig zum Terminal 3 geführt werden, wo sie schließlich in einen Tunnel führt.

Der Flughafenbetreiber hatte im vergangenen September ein Gutachten in Auftrag gegebenen, das am Frankfurter Flughafen bis zum Jahr 2021 ein Passagieraufkommen zwischen 68 und 73 Millionen prognostiziert. Im vergangenen Jahr hatte der Airport rund 60 Millionien Fluggäste abgefertigt. Die hessische Landesregierung hatte die Stichhaltigkeit der Gutachten zur Passagierentwicklung bestätigt.

Eine Alternative zum dritten Terminal gibt es laut Fraport nicht. Die alten Terminals können nicht erweitert werden, dafür gebe es keinen Platz. Es sei auch nicht sinnvoll, die neuen Pläne abzuspecken. Die Ausbaugegner wollen das auch gar nicht. Sie fordern einen kompletten Verzicht. Zuletzt hatten Umwelt-Aktivisten in einem Wald nahe des Flughafens ein Protest-Camp errichtet.

Von: dh, dpa
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