Frankfurt: Ryanair muss häufige Spätlandungen erklären

04.12.2017 - 07:47 0 Kommentare

Seit dem Frühjahr fliegt Ryanair den Flughafen Frankfurt an - offenbar häufig auch nach 23 Uhr und damit in der verordneten Nachtruhe am Airport. Nun muss der Low-Cost-Carrier zum Rapport im Ministerium.

Ryanair neben Lufthansa: Seit Ende März fliegt der Billigflieger den Kranich-Hub an. - © © AirTeamImages.com -

Ryanair neben Lufthansa: Seit Ende März fliegt der Billigflieger den Kranich-Hub an. © AirTeamImages.com

Ryanair kommt auffallend schlecht mit dem aus Lärmschutzgründen verhängten Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen zurecht. Das hessische Verkehrsministerium als Luftaufsicht hat daher die irische Fluggesellschaft zu einem Gespräch einbestellt, wie ein Sprecher in Wiesbaden sagte. Der irische Billigflieger steuert seit Ende März den größten deutschen Airport an.

Der irische Low-Cost-Carrier muss Anfang Dezember darlegen, dass die häufigen Landungen ihrer Maschinen nach 23 Uhr nicht bereits in der Flugplangestaltung angelegt sind. Nur unter dieser Voraussetzung sind am größten deutschen Flughafen Landungen zwischen 23 und 24 Uhr ohne Einzelfallgenehmigung erlaubt.

Gestartet werden darf in dieser Zeit ohnehin nicht. Ryanair hat mit seinen engen Umläufen besonders viele späte Landefenster kurz vor 23 Uhr. So waren allein für diesen Donnerstag fünf der letzten acht planmäßigen Landungen für Ryanair vorgesehen.

Ryanair muss Einsatzpläne vorlegen

Die Luftaufsicht befragt seit Kurzem bei jeder einzelnen Spätlandung den jeweiligen Piloten nach den Gründen. Ryanair hat sich in der Vergangenheit auf die Auswirkungen von Streiks bei den europäischen Flugsicherungen berufen. Der Billigflieger muss der Luftaufsicht nun die Einsatzpläne für die einzelnen Jets vorlegen.

Nach Zahlen des Ministeriums war Ryanair bis vergangenen Montag für 32 von 40 registrierten Spätlandungen im November verantwortlich. Im Oktober verursachten die irischen Jets 39 von 85 registrierten Verspätungen nach der 23-Uhr-Grenze.

Statement von Ryanair

Ryanair-Sprecher Robin Kiely sagte zu airliners.de, die Verspätungen wären aufgrund von ATC-Streiks/Problemen in ganz Europa entstanden: "Ryanair arbeitet derzeit gemeinsam mit dem Flughafen daran, dieses Nachtflugverbot einhalten zu können. Ähnlich wie bei allen Flughäfen, an denen wir tätig sind, überprüfen wir unseren Zeitplan regelmäßig je nach Bedarf mit unserem Betriebsteam, dem Flughafen-Management und den Slot-Koordinatoren und passen unsere Flugpläne gegebenenfalls an."

Von: cs, dpa-AFX
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