Frankfurt: Parallelanflüge jetzt mit GPS möglich

11.12.2018 - 08:17 0 Kommentare

Flugzeuge können in Frankfurt nun auf GPS-Basis parallel anfliegen. Bislang ging das nicht gleichzeitig. Der Flughafen ist der erste in Europa, der zertifiziert wurde. Nur laut DFS sind zu wenige Flugzeuge darauf vorbereitet.

Boeing 747 beim GBAS-Anflug auf die Südbahn des Frankfurter Flughafens. - © © Fraport -

Boeing 747 beim GBAS-Anflug auf die Südbahn des Frankfurter Flughafens. © Fraport

GPS geführte Anflüge sind am Flughafen Frankfurt nun gleichzeitig auf parallelen Bahnen möglich. Die ICAO genehmigte diesen bislang europaweit einzigartigen Einsatz für das neue Anflugverfahren. Die unabhängigen parallelen Anflüge können nun auf der Süd- und der Nordwest-Landebahn sowohl für Landungen gen Westen als auch gen Oster erfolgen.

Anflüge mittels des auf GPS basierten GBAS (Ground Based Augmentation System) sind seit September 2014 in Frankfurt möglich. Bislang konnte das satellitengestützte Präzisionsanflugsystem aber nicht im Parallelbetrieb eingesetzt werden - die Flugzeuge mussten nacheinander anfliegen.

GBAS soll Fluglärm verringern

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) drängt seit längerem auf die Änderung. "Denn das Verfahren bietet den Airlines eine flexible Auswahlmöglichkeit zwischen den beiden Präzisionsanflugverfahren GLS und ILS", so DFS-Bereichsleiter Andre Biestmann.

Bei der satellitengestützten Variante sollen die Maschinen genauer auf ihren Routen bleiben, die zudem in Kurven um Siedlungsgebiete herumgeführt werden können. Dabei würden die Flugzeuge sehr präzise auf die beiden in Frankfurt zur Verfügung stehenden Präzisionsanflugsysteme geführt, hieß es.

Über das GBAS-System

Eine GBAS-Bodenstation am Flughafen errechnet anhand der eigenen genauen Position Korrekturdaten für jeden Satelliten des amerikanischen Global Positioning System (GPS). Die Korrekturen werden an alle ausgerüsteten Flugzeuge gesendet, die sich in der Nähe des Airports befinden. Die Abweichung zwischen der Flugzeugposition und dem vom Piloten ausgesuchten Anflugpfad erscheint auf den Cockpit-Displays. Der Kurs kann dann entsprechend angepasst werden.

GBAS-Anlage am Flughafen Bremen Foto: © DFS

GLS-Anflüge haben zudem beispielsweise den Vorteil, dass die Piloten nahtlos von der Streckennavigation in die Anflugnavigation übergehen können - im ILS-Betrieb müssen sie die Navigationssensoren wechseln. Biestmann: "GLS-Anflüge sind für die Flugzeugführer die praktischere Methode."

Nachteile des Systems

Mittelfristig ist laut DFS geplant, den Betrieb aus größeren Anflughöhen als den derzeitigen vorzunehmen. Manko: Das System steht nur bei guten Wetterbedingungen zur Verfügung (CAT I), während das ILS auch bei sehr schlechten Sichtverhältnissen Landungen ermöglicht (CAT II, III).

Zweiter Minuspunkt: Bislang fehle es sowohl am Boden als auch im Cockpit an der für GBAS nötigen Avionik, heißt es von der DFS. Dort wird geschätzt, dass lediglich zehn Prozent der heute eingesetzten Flugzeuge, bereit für GBAS sind. Denn die Systeme seien teuer und vor allem nicht rechtsverbindlich.

Von: cs
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