Silhouette eines Flugzeugs im Landeanflug © dpa /Robert Schlesinger
Wegen Beschwerden zahlreicher Eltern und Lehrer hat die Stadt Frankfurt erstmals den Fluglärm an einer Schule gemessen. "Wir werden nach der Auswertung der Daten entscheiden, welche baulichen Maßnahmen realistisch sind", sagte die Frankfurter Bildungsdezernentin Sarah Sorge (Grüne) am Montag. Neben der Möglichkeit stärker gedämmter Fenster sei auch ein Neubau der Grundschule im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen denkbar.
Die Maßnahmen seien im Rahmen eines "finanziellen und pädagogisch sinnvollen" Gesamtkonzeptes zu realisieren, sagte Sorge. Mit ersten Ergebnissen wird in etwa acht Wochen gerechnet.
Die Stadt reagiert damit auf Beschwerden der Elternvertretung und der Lehrer der Martin-Buber-Schule. Die jetzige Situation sei "unerträglich und eine Zumutung für die Betroffenen", sagte Bildungsdezernentin Sorge.
Die langjährige Lehrerin Sabine Heyartz betonte, die Schulbedingungen hätten sich besonders nach der Inbetriebnahme der neuen Landebahn im Oktober vergangenen Jahres verschlimmert. Der Lärm habe die Kinder seitdem unruhiger gemacht. Eine bessere Lärmdämmung löse das Problem aber nicht: "Wir haben im Unterricht immer das Fenster offen", gab die Lehrerin zu bedenken.
Ein Schulwechsel der Kinder komme für viele Eltern nicht infrage, sagte Elternvertreterin Elke Kothe. Das Neubaugebiet in Sachsenhausen wachse stetig. "Wir brauchen hier eigentlich mehr Schulen für Kinder und nicht weniger."
Ob bauliche Maßnahmen das Problem lösen, weiß auch Sorge nicht. "Wir müssen uns nach den heutigen Messungen mit allen Beteiligten zusammensetzen und gemeinsam überlegen, wie es weiter geht", sagte sie. Über 70 Prozent der Frankfurter hätten den Ausbau des Flughafens gewollt. Nun müsse man aus den Konsequenzen das Beste machen.
Am Dienstag und Mittwoch soll der Fluglärm an zwei weiteren Schulen gemessen werden.
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