DFS: Zu viel Betrieb für Gleitflüge

Frankfurt: Alternative Flugrouten präsentiert

23.08.2011 - 14:37 0 Kommentare

Die «Arbeitsgemeinschaft Fluglärm Rheingau-Wiesbaden» hat der Deutschen Flugsicherung (DFS) Vorschläge für neue Anflugrouten unterbreitet. Demnach sollen die Routen nach Norden verschoben und die Anflughöhe angehoben werden. Die DFS hält die Vorschläge für nicht realisierbar.

Airbus A319 im Anflug - © © dpa - Jens Wolf

Airbus A319 im Anflug © dpa /Jens Wolf

Der Fluglärm im Rhein-Main-Gebiet lässt sich nach Ansicht der «Arbeitsgemeinschaft Fluglärm Rheingau-Wiesbaden» mit neuen Anflugrouten deutlich reduzieren. Wenn diese wenige Meilen nach Norden hin zum Taunus verschoben würden, wären fast 20 Mal weniger Menschen betroffen als derzeit, sagte Karl-Ernst Pallas von der Arbeitsgemeinschaft am Montag in Oestrich-Winkel. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hält die Vorschläge dagegen für nicht realisierbar.

Pallas betonte zu den Vorschlägen der Arbeitsgemeinschaft, gleichzeitig mit den anderen Routen müsse auch die Anflughöhe der Flugzeuge dort steigen. Dann könnten sie mit geringer Triebwerksleistung im Gleitflug die Landebahnen am Frankfurter Flughafen anfliegen. Dadurch würde sich auch der Lärm für die betroffenen Anwohner verringern.

Eine Sprecherin der Deutschen Flugsicherung (DFS) erklärte, entsprechende Anflüge mit einer Route im nördlichen Taunus und Gleitflug seien bereits simuliert worden. Allerdings könne mit dem Gleitflug zumindest tagsüber nicht die vorgegebene Flugkapazität erreicht werden. Nachts werde das Verfahren dagegen bereits seit einigen Jahren angewendet.

DFS: Zu viel Betrieb für Gleitflüge

Das Problem mit dem Gleitflug sei, dass er nur bei wenig Verkehr anwendbar sei, betonte die Sprecherin. Bei hoher Auslastung müssten die Fluglotsen die Maschinen im Landeanflug quasi hintereinander in der Luft «auffädeln». Das führe dazu, dass diese ihre Geschwindigkeit - ähnlich wie Autofahrer auf vollen Straßen - immer wieder verändern müssten, was beim Gleitflug nicht vorgesehen sei.

Pallas hält dagegen die Argumente der DFS für falsch. Der Gleitflug könne auch mit vielen Flugzeugen klappen, wenn er von Fluglotsen geführt werde. «In London wird das gemacht», betonte er. Pallas ist selbst ehemaliger Fluglotse und war Gesamtbetriebsratsvorsitzender der DFS. Er sitzt für die SPD in der Stadtverordnetenversammlung von Oestrich-Winkel im Rheingau-Taunus-Kreis.

Die Vorschläge der «Arbeitsgemeinschaft Fluglärm Rheingau-Wiesbaden» sollen jetzt an Kommunalpolitik und Flugsicherung gehen.

Von: dapd
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