Ein Flugzeug landet nachts auf der Landebahn Nordwest des Flughafens Frankfurt © dpa /Fredrik von Erichsen
Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport weist Vorwürfe zurück, das geltende Nachtflugverbot werde ausgehöhlt. Der Flugbetrieb sei ein komplexer Prozess, bei dem die Sicherheit im Vordergrund stehe, sagte ein Sprecher am Dienstag. Deshalb könne es zum Beispiel bei schwierigen Wetterlagen im Tagesverlauf zu Verzögerungen kommen, die sich nicht bis 23.00 Uhr abbauen ließen. "Für solche Situationen braucht ein internationaler Flughafen wie Frankfurt die notwendige Flexibilität, ohne damit das Nachtflugverbot auszuhebeln."
Forderungen nach einer Ausweitung der Nachtruhe, die dann von 22.00 bis 6.00 Uhr gelten soll, wies der Fraport-Sprecher zurück. Damit würde das Drehkreuz Frankfurt massiv an Bedeutung verlieren. "Ohne diese Randstunden kann der Flughafen Frankfurt die vielen wichtigen Verbindungen in alle Welt nicht aufrechterhalten", so der Sprecher weiter. Man akzeptiere das nächtliche Verbot geplanter Flüge, das in der jetzt praktizierten Form auf dem Ergebnis der Mediation basiere, könne aber keine weiteren Einschränkungen hinnehmen.
Die Lufthansa hat bereits erste Konsequenzen gezogen und einen Interkontinentalflug verlegt: Um die Randstunden in Frankfurt zu entlasten, will die Airline im Winterflugplan nun ihre Kapstadt-Saisonverbindung ab München anbieten.
Am Frankfurter Flughafen herrscht ein Nachtflugverbot zwischen 23.00 und 5.00 Uhr. Ausnahmen für Starts müssen genehmigt werden. Nach Ansicht von Anti-Lärm-Bürgerinitiativen wird das zu lax gehandhabt. Kürzlich hatte auch die Frankfurter SPD eine Ausweitung des Nachtflugverbots am größten deutschen Flughafen gefordert.
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