Fluglärmstreit

FRA: Nachtflugverbot nicht ausgehöhlt

11.07.2012 - 07:44 0 Kommentare

Der Flughafenbetreiber Fraport wehrt sich gegen Kritik an Nachtflugausnahmen am Flughafen Frankfurt und weist Forderungen nach einer Ausweitung des Nachtflugverbots zurück.

Ein Flugzeug landet nachts auf der Landebahn Nordwest des Flughafens Frankfurt  - © © dpa - Fredrik von Erichsen

Ein Flugzeug landet nachts auf der Landebahn Nordwest des Flughafens Frankfurt © dpa /Fredrik von Erichsen

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport weist Vorwürfe zurück, das geltende Nachtflugverbot werde ausgehöhlt. Der Flugbetrieb sei ein komplexer Prozess, bei dem die Sicherheit im Vordergrund stehe, sagte ein Sprecher am Dienstag. Deshalb könne es zum Beispiel bei schwierigen Wetterlagen im Tagesverlauf zu Verzögerungen kommen, die sich nicht bis 23.00 Uhr abbauen ließen. "Für solche Situationen braucht ein internationaler Flughafen wie Frankfurt die notwendige Flexibilität, ohne damit das Nachtflugverbot auszuhebeln."

Forderungen nach einer Ausweitung der Nachtruhe, die dann von 22.00 bis 6.00 Uhr gelten soll, wies der Fraport-Sprecher zurück. Damit würde das Drehkreuz Frankfurt massiv an Bedeutung verlieren. "Ohne diese Randstunden kann der Flughafen Frankfurt die vielen wichtigen Verbindungen in alle Welt nicht aufrechterhalten", so der Sprecher weiter. Man akzeptiere das nächtliche Verbot geplanter Flüge, das in der jetzt praktizierten Form auf dem Ergebnis der Mediation basiere, könne aber keine weiteren Einschränkungen hinnehmen.

Die Lufthansa hat bereits erste Konsequenzen gezogen und einen Interkontinentalflug verlegt: Um die Randstunden in Frankfurt zu entlasten, will die Airline im Winterflugplan nun ihre Kapstadt-Saisonverbindung ab München anbieten.

Am Frankfurter Flughafen herrscht ein Nachtflugverbot zwischen 23.00 und 5.00 Uhr. Ausnahmen für Starts müssen genehmigt werden. Nach Ansicht von Anti-Lärm-Bürgerinitiativen wird das zu lax gehandhabt. Kürzlich hatte auch die Frankfurter SPD eine Ausweitung des Nachtflugverbots am größten deutschen Flughafen gefordert.

Von: dapd, Fraport, airliners.de
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

  • Flugzeuge von Air Berlin. Der Luftverkehr in Deutschland braucht neue Impulse

    Apropos (25) Der Luftverkehr in Deutschland hinkt seit Jahren im europäischen Vergleich hinterher. Verkehrsexperte Manfred Kuhne befürchtet, dass sich das auch nach der aktuellen Konsolidierung nicht ändert - denn es fehlt an Grundlagen.

    Vom 14.02.2018
  • Die Streiks bei der Lufthansa haben 2015 für viele Schlagzeilen gesorgt. Lufthansa streicht jeden zweiten Flug

    Streik von Verdi an vier deutschen Flughäfen: Die Lufthansa streicht für Dienstag die Hälfte der geplanten Verbindungen - dies sind rund 740 Verbindungen. airliners.de mit einer Auswertung der Annullierungen an deutschen Airports.

    Vom 09.04.2018
  • Reisender in Frankfurt: Massive Einschränkungen im Flugverkehr am Dienstag. Nicht nur bei Lufthansa: Streiks lähmen Airports

    Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst haben am ersten Tag vor allem den Luftverkehr beeinträchtigt. Zwar betreffen die Aktionen nur vier Airports, doch die Auswirkungen sind groß. airliners.de fasst die Lage zusammen.

    Vom 10.04.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus