FRA: Lufthansa kämpft weiter gegen Nachtflugverbot

18.04.2012 - 16:18 0 Kommentare

Die Lufthansa sieht trotz des gerichtlich bestätigten Nachtflugverbots in Frankfurt etwas Spielraum für Spätflüge. Derweil hat Hessens Verkehrsministerium Kritik an einigen genehmigten Spätflügen zurückgewiesen.

Abendlicher Anflug auf die Landebahn Nordwest des Flughafens Frankfurt - © © dpa - Fredrik von Erichsen

Abendlicher Anflug auf die Landebahn Nordwest des Flughafens Frankfurt © dpa /Fredrik von Erichsen

Die Deutsche Lufthansa kämpft selbst nach der Bestätigung des Nachtflugverbots durch das Bundesverwaltungsgericht weiter für Nachtflüge am zentralen Drehkreuz der größten europäischen Fluggesellschaft. Konzernchef Christoph Franz sieht zumindest für ausgewählte Spätflüge einen Spielraum, wie er dem «Manager-Magazin» sagte. «Das Gericht hat eine Anzahl von Nachtflügen ,annähernd null' eingefordert. Das ist für mich nicht null.»

Das hessische Verkehrsministerium hat derweil Kritik wegen einer Häufung nächtlicher Flüge in Frankfurt zurückgewiesen. Ausnahmegenehmigungen seien keine politische Entscheidung, sondern würden nach einer klaren Verwaltungsrichtlinie erteilt oder verweigert, sagte eine Sprecherin am Mittwoch der dpa in Wiesbaden. Flughafenanwohner hatten darüber geklagt, dass am Sonntagabend noch nach 23.00 Uhr 21 Flugzeuge gestartet oder gelandet waren.

Das vom Bundesverwaltungsgericht in Leipzig bestätigte Nachtflugverbot beziehe sich nur auf geplante Flüge, sagte die Sprecherin. Die Betriebsbestimmungen für ungeplante Flüge seien dagegen von den Leipziger Richtern wie zuvor vom Hessischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel anerkannt worden. Danach können Flugzeuge ungeplant verspätet starten oder landen, wenn die Airlines die Verzögerung nicht selbst zu verantworten haben.

Am vergangenen Sonntag habe die Flugsicherung die Startbahn West wegen starken Nordwinds gesperrt. Durch die Beschränkung auf zwei Startbahnen hätten sich geplante Starts bis in den späten Abend verzögert. Zuvor hatte es einen ähnlichen Ausreißer mit 20 Nachtflügen am 29. März gegeben. Dazu zählten allein fünf Ambulanzflüge, für die es ebenfalls Ausnahmegenehmigungen gibt.

Von: dpa, dapd
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