Laserpointer-Angriffe auf Flugzeuge

Folien gegen Laser-Blendattacken

20.09.2012 - 11:14 0 Kommentare

Wissenschaftler forschen an Schutzmaßnahmen, um Piloten gegen Laserpointer zu schützen. So soll möglichen Unfällen vorgebeugt werden. Bis beispielsweise eine Schutzfolie serienreif und zugelassen ist, werden allerdings noch Jahre vergehen.

Piloten in einer ATR-72 - © © AirTeamImages.com - Enrique Arencibia

Piloten in einer ATR-72 © AirTeamImages.com /Enrique Arencibia

Immer öfter kommt es zu gefährlichen Blendattacken mit Laserpointern auf Piloten - Forscher suchen Mittel dagegen. «Nachgedacht wird über Schutzbrillen und Schutzfolien», sagte Hans-Dieter Reidenbach am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa am Rande der Jahrestagung des Verbandes für Strahlenschutz im Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

«In Deutschland gibt es im Flugverkehr bereits rund 300 solcher Zwischenfälle pro Jahr», sagte der Kölner Professor weiter. Im Auftrag der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) betreut Reidenbach bis August 2013 ein Projekt, das sich mit Techniken zur Abwehr von Laserpointerattacken beschäftigt.

Geeignete Schutzbrillen zu entwickeln sei allerdings problematisch: «Eine Schutzbrille schützt immer nur gegen eine bestimmte Laserwellenlänge, gegen andere Wellenlängen wäre sie machtlos.» Zwar funktionierten die am häufigsten verwendeten Laserpointer mit grünen Wellenlängen. «Eine Schutzbrille dagegen nützt aber nichts, wenn ein Angreifer gezielt eine andere Art von Laser verwendet.» Außerdem wären viele Piloten nicht bereit, eine solche Brille zu tragen. «Sie verdunkelt immer die Sicht», erklärte Reidenbach.

Größere Chancen hätten Spezialfolien, die auf die Innenseite von Cockpitscheiben aufgebracht werden könnten. «Auf der Außenseite wäre der Andruck zu groß, außerdem könnte eine Folie auch anderen Schwierigkeiten in der Luft wie etwa Vogelschlag nicht standhalten», sagte Reidenbach. Bis Prototypen zur Marktreife gelangen könnten, würden allerdings mindestens noch fünf Jahre vergehen. «Außerdem würden sich durch eine Folie die Zulassungsverfahren für die Cockpitscheiben verändern und erschweren», erklärte er.

In Deutschland dürfen zwar nur Ein-Milliwatt-Laserpointer mit einer Reichweite von etwa 20 Metern verkauft werden. Der Besitz von wesentlich stärkeren und über das Internet bezogenen Lasern ist aber erlaubt. «Rund 60.000 Laserpointer werden pro Jahr hergestellt - es gibt also Abnehmer und wir fragen uns schon: Warum braucht jemand so etwas», sagte der Forscher. Angesichts der steigenden Zahl von Blendattacken «müssen Schutzmaßnahmen auf lange Sicht Standard werden».

Von: dpa
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