Regional-Airline Flybe steht zum Verkauf

14.11.2018 - 17:14 0 Kommentare

Die Konsolidierungswelle im europäischen Luftverkehr setzt sich fort: Nun sucht die britische Regional-Airline Flybe einen Investor. In Deutschland ist sie an sieben Flughäfen vertreten.

Dash 8-Q400 der Flybe. - © © AirTeamImages.com - Matthieu Douhaire

Dash 8-Q400 der Flybe. © AirTeamImages.com /Matthieu Douhaire

Der britische Regional-Carrier Flybe ist in finanziellen Schwierigkeiten und auf der Suche nach einem Käufer. Das geht aus einer Mitteilung hervor, die das Unternehmen am Mittwoch herausgab. Demnach befinde sich das Management bereits mit einer Reihe potenzieller Käufer im Gespräch.

Weiter kündigte die Airline an, sie prüfe alle Optionen, um die aktuellen Schwierigkeiten zu meistern. Dazu zählen auch weitere Kapazitäts- und Kostenreduzierungen sowie "Maßnahmen zur Erhaltung der Liquidität".

Ein Grund für diese Ankündigung liegt laut Beobachtetn in den derzeit schwierigen Marktbedingungen. Besonders die gestiegenen Kerosinpreise, die geringe Nachfrage und das schwache britische Pfund hätten der Airline zugesetzt.

An LGW interessiert

Flybe musste vor einem Monat eine Gewinnwarnung aussprechen. Im Anschluss brach der Aktienkurs an der Börse um rund 40 Prozent ein.

Dabei war Flybe kürzlich noch auf Expansionskurs: Laut Branchenkreisen war die Airline im Sommer an einem Kauf der jetzigen Eurowings-Tochter LGW interessiert.

Auswirkungen auf den deutschen Markt

Von einem Verkauf der britischen Regional-Airline wäre auch der deutsche Markt betroffen. Denn dieser ist nach Kapazitäten der viertwichtigste der Airline. Flybe fliegt die Airline in diesem Winter von Berlin-Tegel, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, München und Stuttgart sechs britische Airports an.

Flybe-Kapaizitäten im Winterflugplan an deutschen Airports
Anteil in Prozent
Düsseldorf 58.7
Stuttgart 9.9
Berlin-Tegel 9.5
Hannover 8.9
Köln/Bonn 6.5
Hamburg 4.3
München 2.2

Die Grafik zeigt die Anteile der Flughäfen an den von Flybe im aktuellen Winterflugplan in Deutschland angebotenen Kapazitäten.Quelle: ch-Aviation

Die Airline betreibt aktuell 74 Flugzeugen, wovon 53 Turboprop-Maschinen vom Typ Dash-8 sind. Der Carrier setzt auch auf Regional-Jets vom Typ Embraer 175 und 190.

Konsolidierungswelle geht weiter

Mit einem möglichen Verkauf von Flybe geht auch die von vielen Managern häufig öffentlich diskutierte Konsolidierungswelle im europäischen Flugverkehr weiter. Im Interview mit airliners.de prognostizierte Ryanair-Chef Michael O'Leary jüngst, dass Norwegian den Winter nicht überleben werde.

© dpa, Jasper Jacobs Lesen Sie auch: "Viele Airlines werden den Winter nicht überleben" Interview mit Ryanair-Chef O'Leary

In diesem Jahr mussten vorrangig kleinere Airlines, wie die Schweizer Skywork, VLM aus Belgien, die deutschen Divisionen der Small Planet und Azur Air, Cobalt (Zypern) und die dänisch-lettische Primera Air die Segel streichen.

Von: br
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