Fly-BMI-Aus trifft auch Saarbrücken

19.02.2019 - 13:15 0 Kommentare

Die Fly-BMI-Insolvenz trifft auch den Flughafen Saarbrücken. Die wichtige Drehkreuz-Anbindung nach München fällt weg. Flughafen und Politik versprechen schnellen Ersatz. Das hat schon einmal geklappt.

Flugzeug mit BMI-Logo. - © © BMI Regional -

Flugzeug mit BMI-Logo. © BMI Regional

Die Insolvenz des britischen Regionalcarriers Fly BMI hat auch Auswirkungen auf den Flughafen Saarbrücken. Der Airport verliert mit sofortiger Wirkung die innerdeutschen Flüge von und nach München.

"Nachdem die neue Verbindung zuletzt gut angelaufen war, trifft uns die Einstellung des Flugbetriebs spürbar" sagte ein Pressesprecher des Flughafens zu airliners.de. Die Nachricht habe den Airport "aus heiterem Himmel" getroffen. Die Landesregierung und die Geschäftsführung des Saar Airports würden nun alles tun, "um möglichst zügig einen neuen, passenden Partner für den Betrieb der Verbindung zu gewinnen."

Lufthansa-Codeshare brachte Anschluss an die Welt

Die Anbindung an das Lufthansa-Drehkreuz in München ist vor allem für Geschäftsreisende und somit für den Wirtschaftsstandort Saarbrücken wichtig. Die Strecke bestand seit November 2017 und wurde von Fly BMI zuletzt elf Mal wöchentlich mit einer 49-sitzigen Embraer 145 im Tagesrand bedient. Laut Medienberichten wurde die Route im abgelaufenen Jahr von rund 12.500 Flugreisenden genutzt.

Eine signifikante Zunahme an Passagieren erfuhr die Route nach Flughafenangaben seit April, nachdem sich Fly BMI und die Lufthansa auf ein Code-Share-Abkommen geeinigt hatten. In der Folge konnten Reisende von und nach Saarbrücken BMI-Flüge unter Lufthansa-Flugnummer buchen und via München zu über 50 Zielen weltweit durchchecken.

Luxair sprang in Air-Berlin-Lücke

Nach dem Fly-BMI-Aus ist Luxair die einzige Airline, die im aktuellen Winterflugplan Linienflüge in Saarbrücken anbietet. Mit Berlin, Hamburg und Luxemburg bietet die Airline vor Ort drei Strecken an, die auch schon vor der BMI-Pleite den größten Anteil des Flugangebots am Platz ausgemacht haben. Im Sommer kommen mit Sun Express und Tuifly noch zwei Ferienflieger dazu.

Kapazitätsverteilung am Airport Saarbrücken
vor der Fly-BMI-Insolvenz
Airport Anteil in Prozent
Berlin-Tegel (Luxair) 39.6
Hamburg (Luxair) 24.5
Luxemburg (Luxair) 24.5
München (Fly BMI) 14.0

Die Grafik zeigt die prozentuale Verteilung der wöchentlich angebotenen Kapazitäten am Flughafen Saarbrücken nach Destination, Stand: KW7/2019.Quelle: ch-Aviation.com

Bereits einmal musste der Saar-Airport schnellen Ersatz für eine Route finden. Nach der Air Berlin-Insolvenz musste kurzfristig Ersatz für die Flüge nach Berlin gefunden werden. Seit Januar 2018 bedient Luxair die Hauptstadt-Route nun mit bis zu 18 wöchentlichen Flügen. Zum Einsatz kommt eine Bombardier CRJ700 von Adria Airways.

Rostock härter getroffen

Weitaus härter ist der Flughafen Rostock von der Insolvenz der britischen Regional-Airline betroffen. Nach dem Aus der Germania und nun der Fly BMI finden aktuell gar keine Linienflüge mehr in Rostock-Laage statt.

© Flughafen Rostock-Laage, Lesen Sie auch: Nach Germania und Fly BMI: Kein Linienverkehr mehr in Rostock

Von: br
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