Flugzeugzusammenstoß auf dem Rollfeld ist kein "außergewöhnlicher Umstand"

14.11.2017 - 12:46 0 Kommentare

Es kommt selten vor, gilt dennoch rechtlich aber nicht als "außergewöhnlicher Umstand": Zwei Flugzeuge berühren sich auf dem Weg zur Start- und Landebahn. Wird daraufhin einer der Flüge annulliert, steht den Passagieren eine Entschädigung zu.

Der Status

Der Status "gestrichen" steht für einen Flug auf einer Anzeigetafel auf dem Flughafen Leipzig/Halle. © dpa /Peter Endig

Wenn sich zwei Flugzeuge auf dem Flughafen berühren, steht den Passagieren bei einer Flugstreichung eine Entschädigung zu. Das entschied das Amtsgericht Nürtingen (Az.: 10 C 1551/15). Die Airline kann sich eben nicht auf außergewöhnliche Umstände berufen.

Über das Urteil berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift "ReiseRecht aktuell". In dem verhandelten Fall ging es um einen Flug von Stuttgart nach Amsterdam. Dieser wurde gestrichen, weil das Flugzeug eine Maschine einer anderen Airline auf dem Flughafen touchiert hatte. Die Kläger forderten eine Ausgleichszahlung nach EU-Recht in Höhe jeweils 400 Euro - und bekamen Recht.

Die Nutzung der Rollwege, Start- und Landebahn gehöre zur normalen Ausübung der Tätigkeiten eines Luftfahrtunternehmens, so das Gericht. Daher liege kein außergewöhnlicher Umstand vor.

Von: dpa
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