Flugzeugleasingfirma ILFC könnte an niederländische AerCap gehen

13.12.2013 - 12:19 0 Kommentare

Die amerikanische Versicherungsfirma AIG versucht seit Monaten, ihre Tochter ILFC an chinesische Investoren zu verkaufen. Doch die Verhandlungen stocken. Nun soll es Gespräche mit der niederländischen AerCap geben.

Grafik einer Boeing 737-800 in den ILFC-Hausfarben - © © Boeing -

Grafik einer Boeing 737-800 in den ILFC-Hausfarben © Boeing

Der US-Versicherungsriese AIG schaut sich Kreisen zufolge nach einem möglichen neuen Käufer für seine Flugzeugleasing-Sparte ILFC um. Nach zahlreichen Problemen beim seit Monaten geplanten Verkauf der Tochter an chinesische Investoren führe AIG nun Gespräche mit der niederländischen AerCap, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Quellen.

Die unabhängige Flugzeugleasing-Gesellschaft AerCap könnte sich demnach mit anderen Bietern zusammentun, um ILFC zu erwerben. Die Ende vergangenen Jahres getroffene Kaufvereinbarung mit den Chinesen habe AIG allerdings nicht formal beendet, hieß es aus den Kreisen.

AerCap-Chef Aengus Kelly wollte sich auf Anfrage von Bloomberg nicht zu den Gerüchten äußern, auch Sprecher von AIG und ILFC gaben keinen Kommentar.

AIG hatte den Deal mit der chinesischen Investorengruppe im Dezember vergangenen Jahres bekannt gegeben, seitdem gibt es immer wieder Probleme. So floss eine vereinbarte Anzahlung erst verspätet, weitere Fristen wurden nicht eingehalten. Die AIG-Führung sprach vor einigen Wochen bereits davon, dass es weitere Interessenten für die Sparte gibt.

Die Vereinbarung mit den Chinesen sieht zunächst den Verkauf von 80,1 Prozent der Anteile für 4,23 Milliarden US-Dollar vor, dazu gibt es eine Option für den Kauf von weiteren 9,9 Prozent. Insgesamt wird ILFC bei diesem Deal mit 5,28 Milliarden Dollar bewertet. Als Alternative zum Verkauf war immer wieder ein Börsengang im Gespräch.

Der Verkauf ist eine Spätfolge der Finanzkrise: AIG war einst Primus unter den Versicherern. Fehlspekulationen auf dem US-Häusermarkt brachten den Konzern vor vier Jahren jedoch an den Rand des Ruins. Der Staat sprang mit einem Rettungspaket über 182 Milliarden Dollar ein. Es war die teuerste Rettungsaktion der Finanzkrise. Der Staat hält nach mehreren Verkaufsrunden heute noch 15,9 Prozent.

AIG verkauft Geschäftssparten, um das Geld dem Steuerzahler zurückzuzahlen. Das fast vier Jahrzehnte alte Leasing-Unternehmen gehört zu den «Kronjuwelen» des Versicherers, wie Branchenkenner sagen. ILFC ist einer der größten Kunden der Flugzeughersteller Airbus und Boeing. Die AIG-Tochter hat rund 1000 Maschinen in ihrer Flotte, die sie an Fluggesellschaften weltweit vermietet.

Von: dpa-AFX
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Ein Airbus A321 wird auf dem Hamburger Flughafen betankt. Skytanking schließt Übernahme von Sun-Jet-Gruppe an drei Standorten ab

    Skytanking hat die Übernahme von Personal und Anlagevermögen der "Sun Jet Services Gruppe" vollzogen. Wie das Unternehmen mitteilte, wurde in diesem Zuge die Vorfeldbetankung in Frankfurt, Düsseldorf und Köln von der aus Shell, Total und Tramp Oil bestehenden Sun-Jet-Gruppe übernommen. Skytanking betreibt nun zudem ein Flughafentanklager in Düsseldorf.

    Vom 16.10.2017
  • Lothar Holder (Mitte) und Friedrich Hesemann (2.v.r.) von Goldhofer mit dem Team von "Flite Line" Mike Magnotti (1.v.l), John Biagi (2.v.l) und Michael Collazo (1.v.r). Goldhofer übernimmt US-Partner Flite Line

    Goldhofer hat seinen langjährigen US-Vertriebs- und Servicepartner Flite Line übernommen. Die neu gegründete Goldhofer Inc. soll von Delaware aus die Basis für eine Expansion im weltweit größten Markt für Ground Support Equipment Nordamerika sein, wie das Unternehmen mitteilte.

    Vom 06.10.2017
  • Leitwerk einer Boeing 747-400 der South African Airways Staatlicher Notkredit für South African Airways

    Das Star-Alliance-Mitglied South African Airways bekommt zur Abwendung einer Zahlungsunfähigkeit einen Notkredit der Regierung über drei Milliarden Rand (210 Mio Euro). SAA fliegt unter anderem täglich von Johannesburg nach Frankfurt und München.

    Vom 04.10.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus