Flugzeuge sichten im Indischen Ozean "verdächtige Objekte"

24.03.2014 - 13:48 0 Kommentare

Flugzeuge haben auf der Suche nach dem vermissten Malaysia-Airlines-Flugzeug "verdächtige Objekte" gefunden. Frankreich spricht von Radarechos von schwimmenden Gegenständen. Die Berichte geben der Suche neuen Schub.

Das Suchgebiet im Indischen Ozean wurde erneut ausgeweitet.

Das Suchgebiet im Indischen Ozean wurde erneut ausgeweitet.
© AMSA

Die australische Air Force sucht mögliche MH370-Wrackteile im Indischen Ozean rund 2500 Kilometer süd-westlich von Perth.

Die australische Air Force sucht mögliche MH370-Wrackteile im Indischen Ozean rund 2500 Kilometer süd-westlich von Perth.
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EIn Objekt schwimmt im Indischen Ozean, aufgenommen von einem chinesischen Satelliten.

EIn Objekt schwimmt im Indischen Ozean, aufgenommen von einem chinesischen Satelliten.
© SASTIND

Die Satellitenbilder von Objekten im Indischen Ozean, veröffentlicht von der Australischen AMSA.

Die Satellitenbilder von Objekten im Indischen Ozean, veröffentlicht von der Australischen AMSA.
© AMSA

Der australische Regierungschef Tony Abbott hat sich am Sonntag optimistisch gezeigt, dass das Schicksal des vor zwei Wochen verschwundenen Fluges MH370 bald aufgeklärt werden könne. Er verwies auf "mehrere kleine Objekte", die relativ nahe beieinander gesichtet worden seien, darunter eine "Holzpalette", ein kreisförmiges "graues oder grünes" und ein rechteckiges "orangenes" Teil entdeckt.

Das in der Nähe fahrende Schiff "HMAS Success" könne die ersten Objekte möglicherweise in "wenigen Stunden oder spätestens morgen" erreichen und bergen, ergänzte der malaysische Verkehrsminister Hishammuddin Hussein bei einer Pressekonferenz in Kuala Lumpur. Die "Success" ist mit einem Kran ausgerüstet und kann damit größere Objekte an Bord heben.

"Wir haben offenbar eine ganze Reihe sehr glaubwürdiger Hinweise bekommen, und es gibt zunehmende Hoffnung", sagte Abbott. Für "vollständige Sicherheit" sei es allerdings "noch zu früh." Die als Koordinatorin der Suche tätige Australische Behörde für Seesicherheit (AMSA) sprach von der ersten interessanten "visuellen Beobachtung" in der entlegenen Region im Süden des Indischen Ozeans, seit Flugzeuge aus Australien, den USA und Neuseeland am Donnerstag die Suche aufnahmen.

Suchegebiet im Indischen Ozean ausgeweitet

Die Suche nach dem vermissten Flugzeug ist nun weiter verstärkt worden. Während immer mehr Flugzeuge über dem südlichen Indischen Ozean kreisten, entdeckte ein chinesisches Militärflugzeug am Montag "verdächtige Objekte", wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldete. Das Suchgebiet wurde nach französischen Hinweisen auf mögliche Flugzeugteile abseits der abgesuchten Region erweitert.

Australien kündigte eine Ausdehnung des Suchgebiets an. Nach Angaben von Vizepremierminister Warren Truss befand sich eine von Frankreich registrierte Stelle mit verdächtigen Objekten 850 Kilometer nördlich des abgesuchten Gebietes. Diesem Hinweis müsse nachgegangen werden, sagte Truss. Zuvor waren auf chinesischen und australischen Satellitenbildern verdächtige Teile im Meer zu sehen gewesen.

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Chinesische Flugzeuge finden größeres Trümmerfeld

Die Besatzung des chinesischen Flugzeugs sichtete dem Bericht zufolge heute "zwei relativ große schwimmende Objekte und viele kleinere weiße innerb eines Radius' von mehreren Kilometern". Die größeren Objekte seien "weiß und viereckig". Die Besatzung habe die Koordinaten an das australische Kommandozentrum weitergegeben sowie an den chinesischen Eisbrecher "Xuelong", der auf dem Weg in die Region sei.

Die beiden chinesischen Suchflugzeuge vom Typ Iljuschin Il-76 hätten sich wieder auf den Rückweg nach Australien machen müssen, da der Treibstoff nicht länger ausreicht. Die australische Seite sei gebeten worden, weitere Flugzeuge in das Gebiet zu schicken, schrieb Xinhua.

Seit Donnerstag überfliegen Flugzeuge aus den USA, Japan und Australien die entlegene Gegend 2500 Kilometer südwestlich der australischen Stadt Perth. Am Montag kam China mit zwei Militärmaschinen dazu, die Zahl der beteiligten Flugzeuge stieg damit nach Angaben der Australischen Behörde für Seesicherheit (AMSA) auf zehn. China verstärkte zudem mit sieben Schiffen die Suche zu Wasser, an der auch australische und britische Marineschiffe beteiligt sind.

Vorbereitungen zur Flugschreiberortung laufen

Die US-Marine schickte nun bereits eine Spezialausrüstung zur Ortung des Flugschreibers in die Region, in der das vermisste Flugzeug vermutet wird. Es handle sich um eine "vorsorgliche Maßnahme", erklärte Marinesprecher William Marks. Es gehe darum, die Ausrüstung bereit zu halten. Wenn der Fundort feststehe, könne das System TPL-25 die Black Box in bis zu 6000 Meter Tiefe aufspüren.

Der Kommandant Chris Buddle betonte, die Entsendung des Geräts sei nicht als Bestätigung eines Fundes zu verstehen. Die Auswertung der Daten der Black Box, in der sich der Flugdatenschreiber und der Stimmenrekorder befinden, ist entscheidend für die Aufklärung eines Flugzeugunglücks. Darin wird neben den technischen Daten wie Flughöhe und Geschwindigkeit auch die Kommunikation im Cockpit aufgezeichnet. Die Black Box kann aber nur bis zu 30 Tage nach einem Unglück ein Signal aussenden - es bleiben daher weniger als zwei Wochen.

Die Boeing 777 der Malaysia Airlines war am 8. März mit 239 Menschen an Bord auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking von den Radarschirmen verschwunden. Später stellte sich heraus, dass Flug MH370 noch stundenlang mit geänderter Route weitergeflogen sein muss, während die Kommunikationssysteme im Cockpit offenbar von Hand abgeschaltet wurden.

Von: airliners.de mit dpa, AFP
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