Flugverschiebung kann für Reiseveranstalter teuer werden

01.07.2019 - 16:37 0 Kommentare

Die Verschiebung von Abflugzeiten durch Reiseveranstalter kann zu erheblichen Kosten führen. Ab der fünften Stunde liegt ein Reisemangel vor, wodurch Reisende ein Recht auf Entschädigung bekommen.

Check-In im Terminal 2 des Frankfurter Flughafens. - © © Fraport -

Check-In im Terminal 2 des Frankfurter Flughafens. © Fraport

Reiseveranstalter müssen Passagiere bei zu großen Änderungen der Abflugzeit entschädigen. Die Verschiebung eines Flugs um bis zu vier Stunden ist nach aktueller Rechtslage von Urlaubern zwar hinzunehmen, erklärt die Zeitschrift "Finanztest" (Ausgabe 7/2019). Ab der fünften Stunde liegt jedoch ein Reisemangel vor. Gleiches gilt, wenn sich der Abflughafen ändert.

Bei einer Flugzeitänderung ist pro angefangener Stunde ab Stunde fünf ein Nachlass von fünf Prozent des Tagesreisepreises angemessen. Bei einer 14-tägigen Reise für 1400 Euro und einer Änderung von zehn Stunden sind das 30 Euro, rechnet die Zeitschrift vor.

Informationspflicht des Veranstalters

In jedem Fall muss der Veranstalter die Urlauber über die Änderung der Flugzeit informieren, etwa per Brief oder E-Mail. Wollen die Reisenden später eine Minderung geltend machen, sollten sie innerhalb der angegebenen Frist antworten.

Betroffene sollten dabei erklären, dass sie an der ursprünglichen Zeit festhalten möchten und sich bei einer Verlegung eine Minderung des Reisepreises vorbehalten, raten die Experten.

Rücktritt von der Reise als Option

Es gibt noch eine zweite Möglichkeit für Urlauber: Wenn sie - zum Beispiel als Familie mit kleinen Kindern - die neuen Flugzeiten nicht akzeptieren möchten, können sie vom Reisevertrag zurücktreten. Auch hier gilt: Dies muss dem Veranstalter schnell mitgeteilt werden. Schweigt der Urlauber, akzeptiert er damit die Änderungen.

Verspätet sich die Ankunft am Urlaubsort wegen eines geänderten Fluges um mehr als drei Stunden, kann Reisenden außerdem eine Entschädigung von der Airline nach der EU-Fluggastrechte-Verordnung zustehen. Dies gilt aber nicht, wenn die Änderung der Flugzeit 14 Tage vor Abflug oder früher mitgeteilt wurde.

Von: hr, dpa
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