Flugsicherungsgebühren in Deutschland sollen sinken

08.11.2016 - 16:00 0 Kommentare

Der Bund will die Deutsche Flugsicherung im kommenden Jahr um insgesamt etwa 200 Millionen Euro entlasten. So sollen die Streckengebühren sinken, die zu den teuersten in Europa zählen.

Fluglotsen der Deutschen Flugsicherung (DFS) regeln im Tower des Flughafens Düsseldorf den Luftverkehr. - © © dpa - Oliver Berg

Fluglotsen der Deutschen Flugsicherung (DFS) regeln im Tower des Flughafens Düsseldorf den Luftverkehr. © dpa /Oliver Berg

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) soll vom Staat eine Millionenspritze erhalten, um die Gebühren für Starts, Landungen und Flugstrecken weiter zu senken. Dafür will der Bund im nächsten Jahr das Stammkapital der DFS um 101,9 Millionen auf 214,4 Millionen Euro aufstocken, wie aus einer Vorlage für die Schlussberatungen des Haushaltsausschusses des Bundestages über den Etat 2017 hervorgeht.

Deutschland gehört nach Branchenangaben zu den europäischen Ländern mit den teuersten Streckengebühren. Von der Politik wird daher schon länger eine Kostenentlastung der bundeseigenen DFS gefordert. Der Haushaltsauschuss des Bundestages berät an diesem Donnerstag in Berlin abschließend über den Etat des Bundes für 2017.

"Zur nachhaltigen Stärkung der deutschen Luftverkehrswirtschaft sollen die Flugsicherungsgebühren durch eine Erhöhung des Stammkapitals der Deutschen Flugsicherung GmbH weiter gesenkt werden und so auch die Wettbewerbsfähigkeit des Luftverkehrsstandortes Deutschland gesichert werden", heißt es in der Vorlage des Bundes.

Bund plant zudem mit Mindereinnahmen

Mit dem höheren Stammkapital sollen "Kosten der gebührenfinanzierten Tätigkeit gedeckt werden, so dass im Rahmen der Regulierung geringere Flugsicherungsgebühren veranschlagt werden können". Der Bund plant zudem mit Mindereinnahmen, da "Kostenbestandteile den Luftraumnutzern nicht mehr in den Flugsicherungsgebühren angelastet" werden. Der Bund erstattet auch Personalkosten sowie andere Einnahmeausfälle und Beiträge. Insgesamt summieren sich die Entlastungen 2017 auf etwa 200 Millionen Euro.

Zu Buche schlagen auch wachsende Pensionslasten für Fluglotsen. Die Fluggesellschaften fordern seit langem, dass der Staat für die Altersvorsorge der Fluglotsen aufkommt wie in anderen EU-Staaten. Eine Reform der Betriebsrenten hat die DFS bislang nicht in Angriff genommen, sondern steht weiterhin für das Zinsrisiko gerade.

© dpa, Robert Dyhringer Lesen Sie auch: Deutsche Airlines klagen über zu hohe Gebühren und Entgelte

Von: dpa, gk
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Flugzeuge von Air Berlin. Der Luftverkehr in Deutschland braucht neue Impulse

    Apropos (25) Der Luftverkehr in Deutschland hinkt seit Jahren im europäischen Vergleich hinterher. Verkehrsexperte Manfred Kuhne befürchtet, dass sich das auch nach der aktuellen Konsolidierung nicht ändert - denn es fehlt an Grundlagen.

    Vom 14.02.2018
  • Plakate von CDU und SPD im Bundestagswahlkampf 2017 Das will die Groko im Luftverkehr

    Kein Wort zur Luftverkehrssteuer, aber eine Veränderung der Luftsicherheitszuständigkeiten: Das steht im neuen Koalitionsvertrag zur Luftfahrt - und so reagiert die Branche darauf.

    Vom 08.02.2018
  • Klaus-Dieter Scheurle, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Flugsicherung GmbH (DFS), besichtigt am 18.07.2014 den "Contingency-Tower" der DFS auf dem Flughafen von Frankfurt am Main. DFS zieht gemischte Bilanz für 2017

    Die Deutsche Flugsicherung (DFS) zieht eine gemischte Bilanz für das vergangene Jahr. Trotz einem Rekord an Flugbewegungen sank der Gewinn deutlich. Verantwortlich seien die gesunkenen Gebühren.

    Vom 18.04.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus