Flugsicherungsgebühren fallen in diesem Jahr niedriger aus

08.02.2016 - 15:22 0 Kommentare

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hat die Flugsicherungsgebühren für dieses Jahr gesenkt. Für den Bereich An- und Abflug liegt die Gebührensenkung sogar im zweistelligen Prozentbereich.

Kontrollzentrum der Flugsicherung in Langen bei Frankfurt/Main - © © dpa - Marius Becker

Kontrollzentrum der Flugsicherung in Langen bei Frankfurt/Main © dpa /Marius Becker

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hat die Flugsicherungsgebühren für 2016 gesenkt. Im Streckenbereich müssen die Fluggesellschaften nun 8,4 Prozent weniger für die DFS-Dienstleistung zahlen, für den Bereich An- und Abflug liegt die Gebührensenkung bei 12,3 Prozent. Darüber informierte die DFS am Montag.

Wie die "Wirtschaftswoche" berichtete, war die Senkung möglich, weil das bundeseigene Unternehmen seine Kosten drückte. Seit dem Amtsantritt der derzeitigen Chefs Klaus-Dieter Scheurle Anfang 2013 wurden etwa 400 Verwaltungsstellen abgebaut.

Für einen Flug mit einem Airbus A320 muss jetzt beispielsweise eine Airline von Hamburg nach München nach DFS-Angaben 768,22 Euro zahlen. Umgerechnet seien das etwa 4,60 Euro pro Passagier für einen Flug durch ganz Deutschland, rechnete die DFS vor. In den USA betrage der Anteil der Flugsicherungsgebühr für eine vergleichbare Strecke umgerechnet 9,75 Euro pro Fluggast.

Weiterer Vergleich: Die Gebühr für die Sicherheitskontrolle an den internationalen Flughäfen in Deutschland liegt pro Passagier zwischen fünf und zehn Euro. In Frankfurt kostet die Kontrolle beispielsweise 9,10 Euro, in Düsseldorf 5,50 Euro und am Flughafen Berlin-Tegel 6,87 Euro pro Passagier. Zu Jahresbeginn waren die Luftsicherheitsgebühren teilweise deutlich angehoben worden.

Fluggesellschaften beklagen Mehrbelastungen

Die aktuelle Absenkung der Flugsicherungsgebühren sei leider nur die halbe Wahrheit, erklärte der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Fluggesellschaften (BDF), Michael Engel. Der Rückgang im Jahr 2016 gleiche den Gebührenanstieg aus dem Jahr zuvor nur zum Teil wieder aus. Unter dem Strich liege die Streckengebühr heute um sieben Prozent höher als noch vor zwei Jahren, was für die Gesellschaften eine Mehrbelastung von rund 60 Millionen Euro im Jahr bedeute. "Deutschland bleibt das Land mit der drittteuersten Streckengebühr in Europa. Teurer als in Deutschland sind Flugsicherungsgebühren im Streckenbereich nur in der Schweiz und im Vereinigten Königreich."

Engel forderte von der Politik eine Kostenentlastung der DFS. Gemeint sind damit insbesondere die wachsenden Pensionslasten für die Fluglotsen, die beispielsweise in Frankreich direkt vom Staat übernommen würden. Bei der privatrechtlich organisierten Bundes-Tochter DFS GmbH schlagen hingegen in der aktuellen Niedrigzinsphase die fehlenden Zinseinnahmen voll auf den Haushalt durch, sodass höhere Gebühren unausweichlich erschienen.

© dpa, Uli Deck Lesen Sie auch: DFS sieht Luftverkehr in leichtem Aufwind

Von: gk, dpa
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