Flugsicherung testet Handy-Chips zur Ortung von Drohnen

16.11.2016 - 10:27 0 Kommentare

Wie soll die zunehmende Zahl von Drohnen am Himmel kontrolliert werden? Diese Frage beschäftigt die Luftfahrtbranche schon länger. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) testet nun eine verblüffend einfache Lösung.

Eine DHL-Paketdrohne kurz vor dem Start zur ostfriesischen Insel Juist - © © dpa - Ingo Wagner

Eine DHL-Paketdrohne kurz vor dem Start zur ostfriesischen Insel Juist © dpa /Ingo Wagner

Die Deutsche Flugsicherung will die zunehmende Zahl von Drohnen im deutschen Luftraum mit Hilfe der Mobilfunk-Technologie unter Kontrolle bekommen. Gemeinsam mit der Deutschen Telekom, dem Logistik-Konzern DHL und der Technischen Hochschule Aachen hat die Flugaufsicht (DFS) jetzt in Langen bei Frankfurt ein Forschungsprojekt gestartet, bei dem Handy-Chips in die Fluggeräte eingebaut werden sollen. Deren Positionsdaten sollen dann umgehend in die Flugsicherungssysteme eingespeist werden.

Als "fliegende Mobiltelefone" könnten sie jederzeit geortet und überwacht werden, erklärte DFS-Chef Klaus-Dieter Scheurle. Die Technik gebe das jetzt schon her und werde auch international von mehreren Telekommunikationsunternehmen verfolgt. Erstes Trägermodell in Deutschland soll der bereits erprobte Paketkopter der DHL werden.

© dpa, Axel Heimken Lesen Sie auch: Lufthansa will Drohnen-Piloten ausbilden

Die bundeseigene Flugsicherung stellt sich damit in einer Detailfrage gegen das Bundesverkehrsministerium. Dessen aktueller Entwurf zu einer Drohnenverordnung sieht statt einem Chip lediglich eine feuerfeste Plakette zur Kennzeichnung der unbemannten Flugobjekte vor. Dabei sei eine zweifelsfreie Registrierung in einem zentralen Verzeichnis der Ausgangspunkt für jede weitere Regulierung der Fluggeräte zum Beispiel in Hinsicht auf Haftpflichtfragen, sagte Scheuerle. Darin sieht sich die DFS auch einig mit der europäischen Flugsicherheitsbehörde EASA. "Wir als DFS müssen wissen, wer am Himmel unterwegs ist."

Ungeteiltes Lob für das Forschungsprojekt kommt von der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit, für die das Thema Drohnen seit längerem auf der Agenda steht. Ihr Sprecher Markus Wahl hält wie die DFS gar nichts von dem einfachen, vom Bundesverkehrsministerium vorgeschlagenen Nummernschild, weil das schließlich erst in einem Schadensfall Hinweise auf den möglichen Verursacher geben könne. Die Piloten müssten vorher vor anderen Flugobjekten gewarnt werden. "In dem Moment, in dem ich als Flugzeugführer weiß, dass da Drohnen sind, habe ich ja schon den ersten Schritt in Richtung Sicherheit gemacht."

© dpa, Julian Stratenschulte Lesen Sie auch: Drohnen-Vorfälle haben sich in diesem Jahr bisher verfünffacht

Die Flugsicherung müsse die Sicherheit gewährleisten und gleichzeitig der neuen Technologie die Tür aufstoßen, sagte Scheurle der Deutschen Presse-Agentur. Dafür müssten die Drohnen in die bestehende Luftraumordnung eingefügt werden, was wiederum eine Möglichkeit zur elektronischen Ortung voraussetze. Außerdem tritt die DFS für einen abgestuften Drohnen-Führerschein ein. Schon ab einem Startgewicht von 250 Gramm solle ein Sachkundenachweis verlangt werden, der möglicherweise online abgelegt werden könne.

Für Drohnennutzer gelten eine Reihe von Regeln. Foto: © DFS,

Von: dpa, gk
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