Drohnen-Vorfälle haben sich in diesem Jahr bisher verfünffacht

15.11.2016 - 13:15 0 Kommentare

Drohnen nähern sich immer öfter bemannten Fliegern. In diesem Jahr hat sich die Zahl bisher verfünffacht, wie die Deutsche Flugsicherung (DFS) mitteilte. Vor allem drei deutsche Airports sind betroffen.

Ein Mann lässt einen Oktokopter steigen.  - © © dpa - Julian Stratenschulte

Ein Mann lässt einen Oktokopter steigen. © dpa /Julian Stratenschulte

Die Zahl der gefährlichen Vorfälle mit Drohnen im Flugverkehr über Deutschland hat sich in diesem Jahr verfünffacht. Von Januar bis Oktober seien bereits 61 Fälle registriert worden, in denen sich Drohnen bemannten Fliegern gefährlich angenähert hätten, teilte die Deutsche Flugsicherung (DFS) anlässlich einer Technologiekonferenz jetzt in Langen mit. Im gleichen Vorjahreszeitraum habe es nur zwölf derartige Zwischenfälle gegeben.

Die meisten Behinderungen durch Drohnen wurden den Angaben zufolge in den ersten zehn Monaten dieses Jahres am Frankfurter Flughafen verzeichnet, gefolgt von den Flughäfen Köln/Bonn und München.

Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland derzeit rund 400.000 privat und gewerblich genutzte Drohnen. Die DFS rechnet damit, dass sich die Zahl bis 2020 auf rund 1,2 Millionen verdreifachen wird. Damit komme es aber zunehmend zu Konflikten im Luftraum.

Die Deutsche Flugsicherung fordert deshalb schon länger einen Drohnenführerschein. Bereits ab einem Startgewicht von 250 Gramm sollten Drohnenpiloten einen Sachkundenachweis erbringen müssen. Bislang gilt dies nur für gewerbliche Nutzer und ab einem Startgewicht von fünf Kilogramm. Die DFS will außerdem die Gültigkeit des Führerscheins zeitlich beschränken.

© dpa, Julian Stratenschulte Lesen Sie auch: Deutsche Flugsicherung fordert Drohnen-Führerschein

Zudem will die DFS alle Drohnen ab einem Gewicht von 250 Gramm in einem zentralen Verzeichnis registrieren. Die Neufassung der Luftverkehrszulassungsordnung, die derzeit im Bundesverkehrsministerium in Arbeit ist, sieht bislang lediglich eine Kennzeichnungspflicht von Drohnen vor.

Wer Drohnen oder Modellflugzeuge mit einem Gewicht von mehr als 250 Gramm fliegen lassen will, soll dem Verordnungsentwurf zufolge künftig eine Plakette mit Namen und Adresse des Eigentümers anbringen. Für Drohnen über fünf Kilogramm soll der Pilot demnach eine amtliche Erlaubnis benötigen.

© dpa, Julian Stratenschulte Lesen Sie auch: Verkehrsministerium plant strengere Regeln für Drohnennutzung

"Wir als DFS müssen wissen, wer am Himmel unterwegs ist", erklärte Geschäftsführer Klaus-Dieter Scheurle. "Wenn wir unbemannte Luftfahrtsysteme sicher in den Luftverkehr integrieren wollen, ist eine Registrierung unabdingbar."

Von: ch, AFP
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