Flugsicherung will Drohnen über Mobilfunknetz orten

20.03.2017 - 11:27 0 Kommentare

Laut Deutscher Flugsicherung sind mittlerweile 400.000 Drohnen in Deutschland unterwegs. Das Unternehmen sucht nun mit der Telekom zusammen nach einer Möglichkeit, die Flugobjekte "sehen" zu können.

Eine Drohne unterwegs im Sonnenuntergang. - © © dpa - Felix Kästle

Eine Drohne unterwegs im Sonnenuntergang. © dpa /Felix Kästle

Die immer beliebter werdenden zivilen Drohnen können auch Zivilflugzeugen gefährlich in die Quere kommen. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) sucht deshalb zusammen mit der Deutschen Telekom nach technischen Möglichkeiten, um die Flugobjekte "sehen" zu können.

Für die DFS und deren Radar seien sie noch unsichtbar, berichtete eine DFS-Sprecherin. Die Drohnen seien zu klein und verfügten nicht über die nötige Technik. Nun soll versucht werden, ob sie mit Hilfe des Mobilfunknetzes geortet werden können. Laut DFS ist die Zahl der Drohnen in Deutschland stark gestiegen und dürfte Schätzungen zufolge bei mittlerweile 400.000 liegen.

Ministerium plant strengere Vorschriften

Nach einer neuen Verordnung des Bundesverkehrsministeriums sollen Drohnen ab einem Gewicht von 250 Gramm eine Plakette mit Namen und Adresse des Besitzers tragen. Wer größere Drohnen ab zwei Kilo außerhalb von Modellflugplätzen steigen lassen will, muss eine Art Führerschein machen. Über Industrieanlagen, Autobahnen, Menschenansammlungen und direkt an Flughäfen gelten Flugverbote. Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft begrüßt dies: "Damit schafft die Bundesregierung einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Sicherheit."

Das Projekt nimmt derzeit der DFS zufolge an Fahrt auf. "Unser Ziel ist die sichere und faire Integration der Drohnen in den Luftverkehr", sagte eine Sprecherin. Erste Flugversuche würden für den Sommer erwartet. Das Projekt könnte sich noch bis in das nächste Jahr hinziehen. "Wir wollen jegliche Daten aus einer Drohne zu einer Bodenstation schicken", sagte ein Sprecher der Telekom.

© dpa, Fotomontage: airliners.de Die Luftrechts-Kolumne (39): Zivile unbemannte Luftfahrt in Europa?

2015 wurden laut DFS bundesweit 14 Drohnen-Sichtungen gemeldet - im Jahr darauf mit 64 aber schon fast fünfmal soviel. Allein 58 davon waren in der Nähe eines Flughafens. Im Raum Frankfurt mit dem größten deutschen Flughafen wurden 2016 16 Sichtungen von Piloten gemeldet, 2015 waren es noch zwei gewesen.

Die DFS geht bei bei den gemeldeten Ereignissen eher von Hobby-Drohnenfliegern als von gewerblichen Nutzern aus, die Drohnen beispielsweise für professionelle Luftaufnahmen verwenden. "Wir vermuten hier eher einen gewissen Spieltrieb", sagte die DFS-Sprecherin. "Gewerbliche Nutzer mussten auch bisher schon bei den Landesluftfahrtbehörden einen Kenntnisnachweis erbringen. Sie sind in den allermeisten Fällen sicher im Umgang mit ihrem Fluggerät."

Von: cs, dpa
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