Flugreisende müssen Zugverspätungen einkalkulieren

25.05.2018 - 17:29 0 Kommentare

Ein Gericht entscheidet: Wer mit der Bahn zum Flughafen anreist, muss mindestens drei Stunden Zeitpuffer einplanen. Sonst bleibt er auf den Kosten sitzen, wenn er den Flug verpasst.

Ein ICE der Deutschen Bahn verlässt den Fernbahnhof am Flughafen von Frankfurt. - © © dpa - Arne Dedert

Ein ICE der Deutschen Bahn verlässt den Fernbahnhof am Flughafen von Frankfurt. © dpa /Arne Dedert

Trotz einer Zugverspätung von 103 Minuten bei der Anreise muss ein Touristenpaar aus Würzburg die Kosten für einen verpassten Flug selbst tragen. Die Kläger seien schlicht zu spät losgefahren, urteilte das Amtsgericht Frankfurt in einer am Donnerstag veröffentlichten Entscheidung.

Kein Anspruch auf Erstattung und Schadensersatz

Die Reisenden hatten hingegen für ihre Fahrt zum Flughafen Köln/Bonn nur einen Puffer von rund zweieinhalb Stunden eingebaut. Wegen der Bahn-Verspätung verpassten sie letztlich den Check-In zum Flug um fünf Minuten und erreichten ihren Flug nach Bangkok nicht mehr.

Sie buchten sich daraufhin Ersatztickets für Flüge ab Frankfurt für den folgenden Tag. Die Kosten dafür und für eine Hotelübernachtung wollten sie sich vom Veranstalter erstatten lassen - und verlangten zusätzlich Schadensersatz wegen entgangener Urlaubsfreude an zwei Reisetagen. Zu Unrecht, befand der Richter.

Grundsätzlich könne der Veranstalter jedoch für das mit der Reise verkaufte Rail&Fly-Ticket haftbar gemacht werden, so das Urteil. Im Einzelfall hätten aber die Kläger mögliche Verspätungen im Bahnverkehr einkalkulieren müssen.

Von: pra, dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Air-Berlin-Abwickler Lucas Flöther: "Eine schnelle Lösung war unumgänglich." "Air Berlin ist nicht tot"

    Interview Air-Berlin-Insolvenzverwalter Lucas Flöther spricht im Interview mit airliners.de über den Verkauf der insolventen Airline, über den Status-Quo des Unternehmens und den Weg, der noch vor ihm liegt.

    Vom 13.08.2018
  • Eine Boeing 777F der Aerologic. Neuer Streit um Aerologic

    Lufthansa baut das Frachtgeschäft beim Joint-Venture Aerologic weiter aus - außerhalb des Tarifvertrags. Das kommt bei VC und Verdi nicht gut an. Sie hoffen auf eine höchstrichterliche Entscheidung im Dezember.

    Vom 17.09.2018
  • Boeing 737 von Ryanair. Ryanair bereitet sich auf harten Brexit vor

    Im Frühjahr noch wollte Ryanair britische Aktionäre entmündigen, um als EU-Airline nach einem harten Brexit auf dem Kontinent weiterfliegen zu können. Nun sind die Pläne für das "No Deal"-Szenario versöhnlicher.

    Vom 25.10.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus