Fluglotsen-Streik in Frankreich trifft erneut deutschen Luftverkehr

09.04.2015 - 14:35 0 Kommentare

Zweiter Streiktag bei Frankreichs Fluglotsen: Auch der deutsche Luftverkehr ist wieder betroffen - vor allem an zwei Airports der Bundesrepublik.

Flugzeuge der Lufthansa und Air Berlin am Flughafen in München.

Flugzeuge der Lufthansa und Air Berlin am Flughafen in München.
© dpa - Rene Ruprecht

Flugzeuge stehen auf dem Flughafen von Frankfurt am Main.

Flugzeuge stehen auf dem Flughafen von Frankfurt am Main.
© dpa - Boris Roessler

Der zweite Tag des Fluglotsenstreiks in Frankreich hat sich am heutigen Donnerstag auf die deutsche Luftfahrt ausgewirkt. Am Frankfurter Flughafen mussten 13 Flüge gestrichen werden, wie der Flughafenbetreiber Fraport mitteilte. Betroffen waren fünf Verbindungen aus der Main-Metropole nach Paris Charles de Gaulle, sechs aus der französischen Hauptstadt zurück sowie zwei Überflüge aus Spanien und Portugal.

Am Münchner Flughafen wurden zwölf Landungen und neun Starts von und nach Frankreich gestrichen. Das entspreche etwa einem Drittel aller an dem Tag geplanten Flugbewegungen in das Nachbarland, sagte ein Flughafensprecher. In Stuttgart wurden je zwei Flüge von und nach Paris sowie je einer von und nach Lyon abgesagt. Üblicherweise hätte es am Stuttgarter Airport jeweils sieben Hin- und Rückflüge nach Frankreich gegeben.

Lufthansa annullierte insgesamt 25 Flieger von Frankfurt und München nach Paris. Die französische Aufsichtsbehörde für die zivile Luftfahrt hatte die Fluglinien vorab aufgefordert, die Hälfte ihrer Verbindungen zu streichen. Bereits am Mittwoch war es zu zahlreichen Verspätungen und Ausfällen an deutschen Flughäfen gekommen - unter anderem in Frankfurt, München, Stuttgart, Hamburg und Düsseldorf.

Gewerkschaft kündigt weitere Streiks an

Frankreichs größte Fluglotsen-Gewerkschaft SNCTA will über die Arbeitsbedingungen der Fluglotsen verhandeln. Dabei geht es unter anderem um das Alter, zu dem Fluglotsen in den Ruhestand gehen müssen. Dieses wurde im Zuge einer Reform von 57 auf 59 Jahre angehoben. Die SNCTA plant weitere Streiks in den kommenden Wochen.

Ursprünglich hatten die Lotsen bereits im März die Arbeit niederlegen wollen. Nach dem Absturz des Germanwings-Airbus in den französischen Alpen mit 150 Toten verschoben sie den Streik aber.

Von: AFP, dpa
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