Beruf & Karriere

Flugsicherungskontrolloffiziere lotsen auch Zivilflugzeuge

29.08.2017 - 08:19 0 Kommentare

Zivile und militärische Flugzeuge teilen sich den Luftraum am Himmel. Kontrolliert werden sie teilweise gemeinsam, es gibt aber auch Unterschiede. Deswegen gibt es auch verschiedene Ausbildungswege.

Ausbildung im Luftwaffe-Tower.

Ausbildung im Luftwaffe-Tower.
© Luftwaffe/Archiv

Militärisches Flugsicherungspersonal bei der Arbeit.

Militärisches Flugsicherungspersonal bei der Arbeit.
© Luftwaffe/Archiv

Die Flugsicherung überwacht und kontrolliert die Lufträume rund um Flughäfen sowie im Streckenflug. Dabei ist es in vielen Belangen egal, ob es sich bei den kontrollierten Flugbewegungen um zivilen oder militärischen Flugverkehr handelt. Kein Wunder also, dass es in etlichen Bereichen eine enge Zusammenarbeit zwischen ziviler und militärischer Flugsicherung gibt.

Allerdings gibt es auch Unterschiede. Was in der zivilen Welt die dem Verkehrsministerium unterstellte Deutsche Flugsicherung GmbH (DFS), ist in der militärischen Luftfahrt das Luftfahrtamt der Bundeswehr (zuvor: Amt für Flugsicherung der Bundeswehr; AFSBw). Das Fachkommando steuert die militärische Flugsicherung und koordiniert die zivil-militärische Zusammenarbeit. Und die ist durchaus interessant.

Da militärische Einsatzprofile nicht immer mit den Flugprofilen der kommerziellen Luftfahrt vergleichbar sind, sitzen bei der DFS etliche Soldaten. Diese "Fluglotsen in Uniform" sind "in die DFS beurlaubt", und für die "überörtliche militärische Flugsicherung im Friedensbetrieb" zuständig, wie es hieß.

Das bedeutet nichts anderes, als dass bei der DFS auch militärische Fluglotsen neben der Kontrolle von zivilen Flugzeugen auch militärische Luftfahrzeuge im gesamten Luftraum kontrollieren.

Ausbildung zum Flugsicherungskontrolloffizier

Die "örtliche militärische Flugsicherung", also die Kontrolle von Flugbewegungen auf und rund um militärischen Flugplätzen, übernehmen dagegen ausschließlich Soldaten, die speziell dafür ausgebildet wurden. Die sogenannten Flugsicherungskontrolloffiziere arbeiten dort vergleichbar mit zivilen Fluglotsen entweder im Tower zur Flugplatzkontrolle oder in der An- und Abflugkontrolle.

Die fachliche Ausbildung zum Flugsicherungskontrolloffizier findet an der Technischen Schule der Luftwaffe in Kaufbeuren statt. Für die Ausbildung müssen Soldaten zuvor entweder die Laufbahn zum "Offizier des militärfachlichen Dienstes" oder "Offizier des Truppendienstes" einschlagen und erfolgreich absolvieren. Der Lehrgang zur militärischen Flugsicherung dauert anschließend 26 Monate - und damit neun Monate länger als die ziviele Lotsenausbildung.

Zum 1. Januar 2017 übernahm das von der DFS gegründete Tochterunternehmen "Kaufleuten ATM Training GmbH" die militärische Flugsicherungsausbildung. Ein entsprechender Vertrag war mit der Bundeswehr geschlossen worden und kann frühestens nach 20 Jahren beendet werden.

Neben Ausbildungsinhalten wie Luftfahrtenglisch, Navigation, Wetter oder Kommunikation gibt es in der militärischen Fluglotsenausbildung zusätzlich militärspezifische Unterrichtseinheiten. Denn zum Teil unterscheidet sich die militärische Luftfahrt doch recht augenscheinlich vom zivilen Linienflugverkehr.

© DFS, H. J. Koch Lesen Sie auch: Der Weg zum Traumberuf Fluglotse ist lang und hart

Während sich etwa Verkehrsflugzeuge in großen Radien mit durchaus beschränkten Steig- und Sinkflugraten bewegen, entwickelt der militärische Flugbetrieb zum Teil eine ganz andere Dynamik. Man stelle sich nur mal einen Verkehrsflieger im senkrechten Steigflug, im engen Formations- oder Tiefflug vor.

Zudem können die Einsatzorte in der militärischen Flugsicherung durchaus unterschiedlich sein, denn Flugsicherungskontrolloffiziere koordinieren sowohl den Flugbetrieb bei der Luftwaffe, dem Heer als auch bei der Marine. Das bedeutet ein durchaus weites Spektrum vom Helikopter über Transportflugzeuge bis hin zum Eurofighter.

© dpa, Tim Brakemeier Lesen Sie auch: Pilotenausbildung bei der Bundeswehr

Von: airliners.de
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