Fluglärmkommission schließt Scheitern der Lärmpausen nicht aus

20.01.2015 - 17:02 0 Kommentare

Für Hessens Verkehrsminister Al-Wazir sind die Lärmpausen am Flughafen Frankfurt ein wichtiges Vorhaben. Von seinen fünf möglichen Modellen bringen rechnerisch zwei Entlastung, doch auch sie haben Schönheitsfehler. Die Region tut sich mit der Auswahl schwer.

Thomas Jühe (SPD), Bürgermeister der Stadt Raunheim und Vorsitzender der hessischen Fluglärmkommission - © © dpa -

Thomas Jühe (SPD), Bürgermeister der Stadt Raunheim und Vorsitzender der hessischen Fluglärmkommission © dpa

Die vom hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) vorgeschlagenen Lärmpausen am Frankfurter Flughafen könnten am Widerstand der Fluglärmkommission (FLK) scheitern. Falls die Kommission alle fünf Varianten für ungeeignet hält und ablehnt, wären sie vom Tisch, sagte der Vorsitzende des Gremiums, der Raunheimer Bürgermeister Thomas Jühe (SPD), am Dienstag. Über ein solches Votum könnte sich das Ministerium nicht hinwegsetzen, denn es gehe in dieser Frage nicht um betriebliche Abläufe, sondern um reine Lärmschutzmaßnahmen.

Die Beratungen in der Kommission seien noch nicht abgeschlossen. Jühe widersprach einem Bericht der «Frankfurter Rundschau», nach dem eines der fünf Modelle zumindest für erprobenswert gehalten wird. Noch lägen nicht alle Daten vor. «Es bleibt kompliziert», sagte Jühe. Er erkenne die Bemühungen des Verkehrsministers um mehr Lärmschutz aber an. Nach monatelanger Prüfung seien auch interessante positive Effekte entdeckt worden.

Erst in der nächsten Woche werde eine Arbeitsgruppe dem FLK-Vorstand eine Empfehlung für einen Beschluss geben, sagte Jühe. Eine Abstimmung darüber sei bei der nächsten Sitzung der Kommission am kommenden Mittwoch geplant.

© dpa, Fredrik von Erichsen Lesen Sie auch: Fraport-Chef hält längere Lärmpausen in einigen Monaten für möglich

Die FLK und das Verkehrsministerium haben in den vergangenen Monaten berechnet, welches Modell wie viele Flughafenanwohner be- oder entlasten würde. Den größten positiven Saldo gibt es nach Zahlen des Ministeriums beim Modell 4 in Westbetrieb, wenn Maschinen aus Osten landen. Dabei sollen abends zwischen 22.00 und 23.00 Uhr die Nordwestlandebahn und die nördliche der Parallelbahnen (Centerbahn) nicht mehr für Landungen genutzt werden.

105.000 Menschen würden entlastet, aber auch 65.000 Menschen von Hanau bis Neu-Isenburg stärker belastet. Modell 4 gilt aber als problematisch, weil sich Landungen auf der Südbahn und Starts auf der Startbahn West kreuzen.

Im Ostbetrieb scheint rechnerisch Modell 2 am günstigsten, bei dem abends nicht auf Nordwestlandbahn und Südbahn gelandet wird. Hier würden 65.000 Anwohner entlastet und 57.000 belastet. Zu diesen zählen aber auch 12.000 Menschen im Nahbereich des Flughafens in Rüsselsheim. Die FLK will keinem Modell zustimmen, bei dem Menschen in unmittelbarer Nähe zum Airport noch mehr Lärm ertragen müssen.

Von: dpa
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